Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) fordert die FDP auf, noch vor der Wahl einen Verzicht auf das Wirtschaftsministerium zu erklären. Amtsinhaber Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sei eine „Idealbesetzung“ und solle auf der Position bleiben, sagte der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende. „Ich wünsche mir von der FDP, dass sie vor der Wahl deutlich macht, dass sie das Wirtschaftsressort nicht reklamiert.“

Vor allem CSU und FDP streiten sich bereits seit Tagen. CSU-Chef Horst Seehofer streut immer wieder, dass er den Freidemokraten trotz ihres Bekenntnisses zu Schwarz-Gelb als Wunschkoalition auch ein Ampel-Bündnis mit SPD und Grünen zutraut. Die FDP will erst auf einem Parteitag eine Woche vor der am 27. September anstehenden Wahl eine förmliche Koalitionsaussage beschließen.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt wiederholte deshalb die mehrfach vorgebrachte CSU-Forderung nach einer verbindlichen Koalitionsaussage. In der Münchner Zeitung „tz“ bezog er sich dabei auf eine Pressekonferenz von SPD-Kanzlerkandidat Frank- Walter Steinmeier am Dienstag, in der dieser die Möglichkeit einer Ampelkoalition nicht ausgeschlossen hatte. „Aber (FDP-Chef Guido) Westerwelle widerspricht ihm nicht mit dem leisesten Mucks“, kritisierte Dobrindt. Es sei für die FDP zu wenig, eine „Spaßpartei und Partei für Besserverdiener“ zu sein.

dpa/fas