Als Kind wollte Thomas de Maizière (CDU) Feuerwehrmann werden. Heute ist er als Bundesinnenminister immerhin oberster Dienstherr der Polizei. Und in dieser Funktion geht der 56-Jährige deutlich moderater zu Werke als sein streitlustiger Vorgänger Wolfgang Schäuble. Im Gegensatz zu seinem Parteifreund will de Maizière nicht der Sheriff der Republik sein: Er ist weniger konfrontativ, setzt mehr auf Verständigung.
Schäuble trat als Hardliner im Kampf gegen den islamischen Terrorismus auf, brachte eine Reihe von Sicherheitsgesetzen auf den Weg. Auch de Maizière nimmt das Problem ernst. So verkündete er bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2009, die islamistische Propaganda in Deutschland habe eine „neue Qualität“ gewonnen. Doch vom Alarmismus seines Vorgängers keine Spur: De Maizière forderte als Konsequenz keine Verschärfung der Strafverfolgung – sondern schlug nüchtern ein Aussteigerprogramm für junge Islamisten vor. Emotionen zu zeigen, das ist seine Sache nicht. Schon als Kanzleramtschef war der enge Vertraute von Angela Merkel als Mann der Fakten bekannt. Seine Gefühle hebt er sich für seine Frau und seine drei Kinder auf – denn wie er einmal ungewohnt offen feststellte: „Politik ist instabil, Familie ist das Stabile.“
jw




