Afghanische Sicherheitskräfte haben nach Angaben der Regierung mehrere Terroranschläge auf die am Freitag zu Ende gegangene „Friedens-Dschirga“ verhindert. Wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte, wurden in der Hauptstadt Kabul vor und während der dreitägigen Ratsversammlung 15 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban festgenommen, die Angriffe geplant hätten.

Zudem seien 700 Raketen sichergestellt worden, die auf das Versammlungszelt mit den 1600 Delegierten abgefeuert werden sollten. Die Informationen seien zunächst zurückgehalten worden, um den Erfolg der Dschirga nicht aufs Spiel zu setzen, so der Sprecher weiter.

Die von Präsident Hamid Karsai einberufene „Friedens-Dschirga“ hatte am Freitag in einer Abschlusserklärung afghanische Regierung und Taliban zu Verhandlungen über ein Ende des Krieges aufgerufen. Die Aufständischen, die die Versammlung als „Propagandatrick“ ablehnten, hatten am Mittwoch während und nach Karsais Eröffnungsrede Anschläge in Kabul verübt. Dabei waren jedoch keine Delegierten oder Zivilisten zu Schaden gekommen.

Nun sind Innenminister und Geheimdienstchef des Landes zurückgetreten. Wie der Präsidentenpalast in Kabul mitteilte, übernehmen Minister Mohammad Hanif Atmar und Geheimdienstchef Amrullah Salah damit die Verantwortung dafür, dass es den Sicherheitskräften nicht gelungen war, am vergangenen Mittwoch Angriffe auf die Ratsversammlung zu verhindern.

Während der Eröffnungsrede von Präsident Hamid Karsai war etwa 150 Meter neben dem Versammlungszelt mit mehr als 1600 Delegierten eine Rakete eingeschlagen. Später hatten sich Sicherheitskräfte und Aufständische heftige Schusswechsel in der Hauptstadt geliefert.

dpa/jm