Afghanistan will in der kommenden Woche mit einer großen Informationsveranstaltung in London für seine Bodenschätze werben. Damit solle vor allem das Interesse internationaler Unternehmen für Vorkommen an Eisenerz und anderen Mineralien gewonnen werden, sagte der afghanische Botschafter in den USA, Said Dschawad. Vertreter von rund 200 Unternehmen würden zu der Veranstaltung erwartet.

Dabei soll es um Einzelheiten einer Ausschreibung zur Erschließung von geschätzten 1,8 Milliarden Tonnen hochwertigen Eisenerzes in Hadschigak westlich von Kabul gehen. Außerdem will Afghanistan die Aufmerksamkeit auf das Potenzial der heimischen Bodenschätze richten. „Wir bitten um Investitionen in unserem Land, um diese Ressourcen zu erschließen“, Dschawad. Investitionen in Afghanistans Bergwerkssektor seien Investitionen in die internationale Sicherheit, sagte er.

Afghanistan ist reich an bislang ungenutzten Bodenschätzen. Das krisengeschüttelte Land habe große Vorkommen an Lithium, Eisenerz, Kupfer, Kobalt und Gold, wie aus einem von mehreren US-Behörden erstellten Bericht hervorgeht. Der Wert der Bodenschätze wird auf mehr als eine Billion Dollar geschätzt. Erkundung und Abbau sind wegen der schlechten Sicherheitslage und der fehlenden Infrastruktur aber teuer und langwierig.

Jüngste Berichte über die Bodenschätze dürfte den Wettstreit der Regionalmächte China, Indien und sogar Russland um einen größeren Einfluss bei der Ausbeutung der Ressourcen anheizen. Zwei chinesische Firmen sind bereits im Geschäft: Sie wollen vier Milliarden Dollar in die riesige Kupfermine von Aynak investieren, die südlich der Hauptstadt Kabul liegt. Es ist die größte nicht-militärische Investition bisher in Afghanistan.

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