Köhler-Nachfolge

Christian Wulff soll Bundespräsident werden

Entscheidung in der Köhler-Nachfolge: Merkel, Seehofer und Westerwelle haben sich auf Niedersachsens Ministerpräsident Wulff (CDU) geeinigt.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) soll neuer Bundespräsident werden. Drei Tage nach dem Überraschungs-Rücktritt von Horst Köhler einigten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU), CSU-Chef Horst Seehofer und der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle auf den 50-jährigen Regierungschef, wie aus Koalitionskreisen bekannt wurde.

Am Abend wird Merkel den Unions-Ministerpräsidenten die Personalie abschließend präsentieren.

Bis Mittwoch galt zunächst Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) als Favoritin für das höchste Staatsamt. Gegen sie habe es Widerstände in der Union geben, hieß es. Zudem sei es ein Problem gewesen, sie in ihrem Schlüsselressort zu ersetzen.

Ziel der schwarz-gelben Koalition war es, die Köhler-Nachfolge bis zum Wochenende zu regeln. Am Sonntag und Montag will das Bundeskabinett bei einer Klausur über die Sparpläne beraten. Merkel hatte angekündigt, eine Persönlichkeit zu finden, die „eine Chance hat, von allen akzeptiert zu werden“.

Die Linke lehnte nach von der Leyen auch Wulff als Kandidaten für das Bundespräsidentenamt ab. „Christian Wulff wäre ein reiner Kandidat von Schwarz-Gelb und für uns nicht wählbar“, sagte Parteichef Klaus Ernst. Die Linke rief die anderen Oppositionsparteien zur Suche nach einem gemeinsamen Gegenvorschlag auf.

Merkel habe bis jetzt nicht den Versuch gemacht, einen überparteilichen Kandidaten zu finden. „Wenn sich das nicht ändert, sollte die Opposition den Versuch machen, einen gemeinsamen Kandidaten aufzustellen“, sagte Ernst. Die SPD sei jetzt als größte Oppositionspartei in der Verantwortung, auf die anderen zuzugehen. „Ein reines Abnicken durch uns wird es aber nicht geben.“

( dpa/cn )

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