Anschläge von Bombay

Indien sieht Belege für Verwicklung Pakistans

Die indische Regierung hat schwere Vorwürfe gegen Pakistan erhoben: Offizielle Stellen in dem Nachbarland seien offensichtlich in die Terroranschläge von Bombay verwickelt gewesen. Andernfalls hätten die Angriffe nicht so ausgeklügelt sein können. Indien übergab Pakistan Material, das die Verwicklung belegen soll.

Der indische Ministerpräsident Manhoman Singh hat erneut pakistanischen Regierungskreisen eine Verwicklung in die Terroranschläge von Bombay vorgeworfen. Die Anschläge seien so ausgeklügelt gewesen, dass die Attentäter die Unterstützung offizieller Stellen in Pakistan gehabt haben müssen, sagte Singh bei einem Treffen mit Vertretern der indischen Unionsstaaten. Namen nannte er nicht.

Die Regierung in Neu-Delhi hat in der Vergangenheit dem pakistanischen Geheimdienst wiederholt vorgeworfen, an Anschlägen gegen Indien beteiligt gewesen zu sein. Das Außenministerium hatte Pakistan am Montag Beweismaterial übergeben, das die mutmaßliche Verwicklung pakistanischer Hintermänner belegen soll. Darunter seien Protokolle der Vernehmung des einzigen überlebenden Attentäters, sichergestellte Waffen sowie Abschriften von Satellitentelefonaten der Angreifer mit pakistanischen Hintermännern, teilte das indische Außenministerium mit.

Die Ermittlungsakten enthielten „erdrückende“ Beweise für die Verwicklung pakistanischer Hintermänner in die Anschläge Ende November, sagte Außenminister Pranab Mukherjee in Neu Delhi. Pakistans Premierminister Yousaf Raza Gillani sagte die Bestrafung möglicher Drahtzieher zu, sollten die Beweise gegen sie „glaubwürdig“ sein.

Mukherjee forderte die pakistanischen Behörden auf, weitere Ermittlungen aufzunehmen und die Ergebnisse mit Indien zu teilen. Die Anschläge von Bombay seien ein „unverzeihliches Verbrechen“. Pakistan müsse nun seinen internationalen Verpflichtungen nachkommen und dafür sorgen, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt würden, sagte der indische Außenminister. Ein Sprecher des pakistanischen Außenministeriums bestätigte in Islamabad, dass Pakistan die Akten erhalten habe und sie „prüfen“ werde.

Die Anschlagsserie in Bombay Ende November hat die Spannungen zwischen den Nachbarländern verschärft. Indien macht die in Pakistan ansässige Extremistengruppe Lashkar-e-Toiba für die Terrorwelle verantwortlich. Bei den Angriffen auf zehn Ziele, darunter zwei Luxushotels, kamen 164 Menschen ums Leben.

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