Nach dem Terror

Luxushotels in Bombay haben wieder geöffnet

Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen sind weniger als einen Monat nach den Terrorattacken in Bombay die beiden damals von Terroristen besetzten Luxushotels wiedereröffnet worden. Wie das "Taj-" und das "Trident- Oberoi-Hotel" nach umfangreicher Renovierung die ersten Gäste begrüßten.

Foto: dpa / DPA

Knapp einen Monat nach den Anschlägen mit 172 Todesopfern wurden die Gäste beim Einchecken mit Metalldetektoren durchsucht und mussten ihr Gepäck durchleuchten lassen. Im Oberoi Trident waren 100 der 550 Zimmer reserviert, das Taj Mahal war zu 65 Prozent belegt. Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen haben in Bombay die beiden Luxushotels Taj Mahal und Oberoi Trident am Sonntag ihren Betrieb teilweise wieder aufgenommen.


Die Wiedereröffnung der Hotels läute eine „neue Ära“ ein, sagte der indische Großunternehmer Ratan Tata, zu dessen Konzern das Taj-Mahal-Hotel gehört. Mit diesem Schritt werde ein Zeichen dafür gesetzt, „dass wir in Rekordzeit wieder zu neuem Leben erwachen (... ) und Teil dieser wunderbaren Stadt sein können“, sagte er vor Journalisten. Der Chef der Hotelkette Indian Hotels Company, die das Taj Mahal betreibt, sagte, die schnelle Wiedereröffnung sei eine „Bekräftigung von Werten wie Mut, Ausdauer und Würde“.

Beide Hotels empfingen ihre ersten Gäste nach einem Gottesdienst in der Empfangshalle des Oberoi Trident. Im Gedenken an die Opfer sprachen Vertreter verschiedener Religionen Gebete. Bei der rund vier Tage lang währenden Angriffsserie islamischer Extremisten waren Ende November in beiden Hotels jeweils mehr als 30 Menschen getötet worden. Teile der Luxushotels wurden von Feuer, Gewehrkugeln und Granaten schwer zerstört. Die Namen der dort Todesopfer sollen im Taj Mahal auf einem „Lebensbaum“ eingraviert werden.

Während im modernen Anbau des Taj Mahal am Sonntagabend 268 Zimmer und sieben Lokale öffneten, nahm das Oberoi Trident zunächst seinen Trident-Komplex und vier Restaurants wieder in Betrieb. Aus Angst vor neuen Anschlägen waren die Straßen rund um die Hotels abgeriegelt. Sicherheitskräfte filzten jeden Besucher und nahmen deren Gepäck unter die Lupe. Das Taj Mahal hatte mit Experten neue Sicherheitsmaßnahmen erarbeitet und erwägt nach Angaben des Betreibers zusätzlich die Stationierung von zivilen Polizisten im Hotel.

Das „Taj“ und das „Trident-Oberoi“ sind noch nicht vollständig wiederhergestellt. Im „Taj“, einem der berühmtesten Hotels Indiens, öffnete nur der neue Flügel. Der mehr als 100 Jahre alte Teil des Hotels, in dem bei den Gefechten mehrere Feuer ausgebrochen waren, bleibt noch einige Monate geschlossen. Auch im „Trident-Oberoi-Hotel“ steht wegen Renovierungsarbeiten nach den Gefechten in den kommenden Monaten nur ein Teil der Zimmer zur Verfügung. Tata sagte, wenn der historische Flügel des „Taj-Hotels“ wieder eröffnet sei, werde man damit auch im Namen Bombays die Nachricht aussenden:„Man kann uns wehtun, aber man kann uns nicht k.o. schlagen.“ Im „Trident-Oberoi“ wurden Gebete aller großen Religionen gesprochen.

Erster Gast des Taj Mahal war der Geschäftsmann Deepak Datta, der während der Anschläge Ende November auch in die Hände der Angreifer gefallen war. Dass er bei der Geiselnahme zahlreiche Leichen sah, habe ihn nicht abgeschreckt, dasselbe Zimmer wie vor knapp einem Monat zu buchen. „Ich mache das, um mich gegen den Terrorismus zu erheben“, sagte er.

Auch der in Bombay lebende Kanadier Rick McElrea hatte aus diesem Grund für seine Familie einen Tisch in einem der Trident-Restaurants reserviert. „Ich fühle keine Angst, sondern Hoffnung. Die Terroristen sind gescheitert – gewonnen haben die Menschen von Bombay“, sagte er.

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