Indien

Polizei fasst zwei Helfer der Attentäter von Bombay

Die indische Polizei hat gut zehn Tage nach den Anschlägen vom Bombay mutmaßliche Komplizen der Attentäter festgenommen. Die beiden Männer sollen für die Terroristen Mobiltelefone besorgt haben. Offenbar gehören sie selbst aber keiner Terror-Gruppe an. Dem Blutbad von Bombay fielen mehr als 170 Menschen zum Opfer.

Foto: dpa

Erstmals nach den schweren Anschlägen in Bombay vergangene Woche hat die indische Polizei zwei als Komplizen der Attentäter verdächtigte Männer festgenommen. Die am Freitag in der ostindischen Metropole Kalkutta gefassten Verdächtigen hätten den Angreifern Mobilfunkkarten verschafft, teilte die Polizei am Samstag mit. Wegen Anschlagsdrohungen wurde für Großflughäfen des Landes die höchste Alarmstufe ausgerufen.

Die Verdächtigen, deren Namen mit Tousif Rahaman und Sheikh Muktar angegeben wurden, würden derzeit verhört, sagte ein ranghoher Polizeivertreter in Kalkutta. Ein Polizeisprecher erklärte, es sehe so aus, als hätten die beiden nichts mit den Anschlägen zu tun. Sie hätten es nur des Geldes wegen getan.

Ein Gericht ordnete für beide zwei Wochen Untersuchungshaft an. Tousif Rahaman hatte nach Angaben der Polizei etwa 40 SIM-Karten für Mobiltelefone gekauft, von denen einige auch die Attentäter von Bombay benutzten. Er lebte demnach in Kalkutta, Sheikh Muktar stammt aus dem indischen Teil Kaschmirs. In Kaschmir kämpfen islamistische Rebellen für eine Abspaltung des Gebiets vom hinduistisch geprägten Indien.

Es handelte sich um die ersten Festnahmen im Zusammenhang mit den Anschlägen von Bombay, seit einer der mutmaßlich zehn Attentäter während der Kämpfe Ende November von indischen Sicherheitskräften festgenommen worden war. Er hatte nach indischen Angaben ausgesagt, alle Kämpfer stammten aus Pakistan und seien von der in Kaschmir aktiven pakistanischen Islamistengruppe Lashkar-e-Taiba trainiert worden.

Bei den Angriffen auf zwei Luxushotels, das Jüdische Zentrum, einen Bahnhof und weitere Ziele in Bombay waren nach offiziellen Angaben 163 Zivilisten und Sicherheitskräfte sowie neun Attentäter getötet worden. Nach der Anschlagsserie hatte Indien eine Liste mit den Namen von 20 Verdächtigen an Pakistan geschickt und von dem Erzrivalen deren Festnahme und Auslieferung verlangt.

Zu den Gesuchten zählen mehrere Kämpfer der Rebellengruppe Lashkar-e-Taiba, die lange Zeit vom pakistanischen Geheimdienst ISI unterstützt wurde. Pakistans Staatschef Asif Ali Zardari verlangte für den Vorwurf am Freitag „konkrete Beweise“. Pakistan leitete eigene Ermittlungen ein.

Indische Medien berichteten, möglicherweise sei ein seit Februar im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh inhaftierter Inder an der Planung der Angriffe beteiligt gewesen. Er kundschaftete demnach unter anderem den Hauptbahnhof in Bombay aus und habe handgezeichnete Pläne von bedeutenden Orten der Stadt besessen.

Die indischen Sicherheitskräfte verhängten am Samstag die höchste Alarmstufe über die großen Flughäfen des Landes. An den internationalen Airports in Neu Delhi, Bangalore und Madras sei die „maximale“ Sicherheitsstufe ausgerufen worden, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Zivilluftfahrt in Neu Delhi. Die Behörden erhielten nach eigenen Angaben vor einigen Tagen eine Email mit der Androhung von Anschlägen auf Flughäfen, Geiselnahmen und Flugzeugentführungen.

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