Afghanistan

USA drohen Karsai mit Absage seines Besuchs

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Nach den jüngsten Spannungen stellt ein Sprecher des Weißen Hauses ein geplantes Treffen zwischen Barack Obama und dem afghanischen Präsidenten infrage. Karsai hatte vor Stammesältesten mit Widerstand gegen die anstehende Nato-Großoffensive in der Taliban-Hochburg Kandahar gedroht.

Die USA eine Absage des geplanten Treffens von US-Präsident Barack Obama mit seinem afghanischen Amtskollegen Hamid Karsai nicht mehr aus. Sollte es weitere Bemerkungen Karsais geben, werde man sicher prüfen, ob ein Treffen konstruktiv sei, sagte Robert Gibbs, Sprecher des Weißen Hauses. Die jüngste Serie kritischer Äußerungen Karsais seien beunruhigend und irritierend. Bislang ist eine Visite Karsais für den 12. Mai am Amtssitz von Obama vorgesehen.

Karsai hatte vor wenigen Tagen auf einem Treffen mit Stammesältesten offen mit Widerstand gegen die anstehende Großoffensive der Nato in der afghanischen Taliban-Hochburg Kandahar gedroht. Demonstrativ distanzierte er sich von seinen ausländischen Verbündeten. Zuvor schon hatte er erklärt, der Westen habe seine Wiederwahl zum Präsidenten mit Bestechungen und Drohungen verhindern wollen. Westliche Staaten, insbesondere die USA, haben Karsai wiederholt vorgeworfen, Korruption und Günstlingswirtschaft zuzulassen.


Die Bundesregierung hatte vorerst keine Stellung zu den Spannungen beziehen wollen. Die US-Regierung hatte indes öffentlich ihr Befremden bekräftigt. Auch nach einem Telefonat zwischen US-Außenministerin Hillary Clinton mit Karsai sei der Streit über Kritik Karsais nicht ausgeräumt, hatte Gibbs erklärt. Gleichwohl halte Obama an dem für den 12. Mai geplanten Treffen mit Karsai fest, hatte er gesagt.

( Reuters/fas )