Gewaltvorwürfe

Ehemaliges Heimkind attestiert Mixa Gewaltlosigkeit

Helmut Diehl war als Heimkind im Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef in Schrobenhausen. „In all den Jahren habe ich nie Gewalttätigkeiten erfahren müssen", hat er jetzt schriftlich niedergelegt. Andere Heimkinder erinnern sich anders. Sie haben entsprechende eidesstattliche Versicherungen abgegeben.

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Der durch Misshandlungsvorwürfe in die Kritik geratene Augsburger Bischof Walter Mixa ist von einem ehemaligen Zögling in Schutz genommen worden. "Ich war selbst Heimkind im Kinderheim St. Josef in Schrobenhausen von 1970 bis 1976 und gleichzeitig Ministrant bei Herrn Bischof Walter Mixa und kann diese Vorwürfe absolut nicht bestätigen", schreibt Helmut Diehl aus dem Landkreis Ludwigshafen in einem offenen Brief, wie das Bistum Augsburg am Sonntag mitteilte. "In all den Jahren habe ich nie Gewalttätigkeiten weder durch Herrn Mixa noch durch die damaligen Nonnen erfahren müssen."

Hintergrund des Briefes sind eidesstattliche Erklärungen von mehreren ehemaligen Zöglingen des Kinderheims St. Josef in Schrobenhausen, sie seien von Mixa als früherem Stadtpfarrer von Schrobenhausen (1975-1996) mehrmals heftig geschlagen worden. Mixa hat dies bisher stets zurückgewiesen und erklärt, er sei niemals gewalttätig gegen Kinder oder Jugendliche gewesen.

Helmut Diehl hat nach eigenen Worten gute Erfahrungen mit den Heimerziehern gemacht. "Klar gab es auch Strafen, wie Küchen- oder Putzdienste oder Ausgangsverbot, aber 100-prozentig keine Gewalttätigkeiten."

Nach Bistumsangaben haben sich weitere ehemalige Bewohner des Kinderheims an die Diözese gewandt, die die Vorwürfe ebenfalls zurückweisen, namentlich aber nicht genannt werden wollen. Zur Aufklärung hat die Katholische Waisenhausstiftung in Schrobenhausen einen Sonderermittler eingesetzt.

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