Zeitungsbericht

Riesige Personalprobleme bei Afghanistans Armee

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Verletzungen, Desertion, Entlassungen: Vor allem auf diesen Wegen verliert das afghanische Heer laut einem Zeitungsbericht Personal bei der Großoffensive in Helmand. Weniger als die Hälfte der entsandten Soldaten sollen noch im Einsatz sein. Auch bei der Polizei gibt es offenbar enorme Problerme.

Das afghanische Heer hat nach französischen Berichten bei der Offensive in Helmand 60 Prozent seiner im Kampf engagierten Truppen eingebüßt. Es habe zwar nur wenig Tote gegeben. Dazu kämen aber Verletzte, Deserteure und Demissionen, schreibt das Pariser Wochenblatt „Le Canard enchaîné“ unter Berufung auf Berichte französischer Offiziere an Präsident Nicolas Sarkozy.

Wenig ermutigend sind auch französische Militärberichte über die afghanische Polizei. Mehr als die Hälfte der Rekruten nehme Drogen, schreibt das Blatt, das regelmäßig aus geheimen Militärdossiers zitiert. Nur zehn Prozent würden abgewiesen. Die französischen Soldaten berichteten von Desertionen, Korruption, Alkoholismus und Brutalität der Polizisten gegen Bürger. „Mehr als ein Viertel der registrierten Mannschaften sind „Phantompolizisten“, was den örtlichen Chefs erlaubt, sich ihren Sold anzueignen.“

Der kürzlich in den Ruhestand getretene französische Generalstabschef Jean-Louis Georgelin habe in seinem „Afghanistan-Testament“ die Meinung vertreten, dass Frankreich „in dem Saustall nichts zu suchen“ habe. Sarkozy widersetze sich nun dem Drängen der USA nach Truppenverstärkung und werde nur 80 zusätzliche Ausbilder schicken.

( dpa/cn )