Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat sich skeptisch zur Verteidigungslinie von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) wegen der Vorwürfe zu seiner Reisedelegation geäußert. Westerwelle hatte die Wucht der Kritik auch mit Ressentiments gegenüber homosexuellen Beziehungen erklärt.
„Ich will nicht ausschließen, dass Politiker, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen, mitunter nach anderen – auch feindlichen – Kriterien betrachtet werden“, sagte Wowereit dem Bonner „General-Anzeiger“ (Mittwoch). „Nur müssen wir uns vor einem hüten: Man kann nicht alles, was an Kritik kommt, unter den Generalverdacht der Homophobie stellen. In dieser Gefahr bewegt sich Herr Westerwelle.“
Wowereit ist auch stellvertretender SPD-Vorsitzender und selbst bekennender Homosexueller. Er sagte in dem Interview weiter: „Man darf auch einen homosexuellen Außenminister kritisieren, wenn er eine Reisedelegation um sich schart, die nicht nach professionellen, sondern nach Klientel-Kriterien zusammengestellt worden ist. Dafür muss er sich rechtfertigen.“
Westerwelle war auf Auslandsreisen mehrfach von seinem Lebenspartner, dem Sportveranstaltungsmanager Michael Mronz, begleitet worden.
dpa/hed





