Nordkoreas Staatschef Kim Jong-il hat offenbar seinen dritten Sohn Kim Jong-un zu seinem Nachfolger ernannt. Kim habe die Führung der regierenden Kommunistischen Partei der Arbeit vergangene Woche über seine Entscheidung informiert, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf gut informierte Geheimdienstkreise.
Die Nominierung des 24-jährigen Kim Jong-un sei selbst für die Parteispitze überraschend erfolgt. Kim Jong Il habe „um den 8. Januar herum“ eine entsprechende Direktive erlassen. Beobachtern zufolge stand der dritte Sohn Kims bei den Spekulationen um seine Nachfolge eigentlich nicht zur Debatte.
Kim Jong-un ist der Sohn des Staatschefs und seiner dritten Ehefrau Ko Yong-hi, die Berichten zufolge 2004 an Brustkrebs starb. Er besuchte eine internationale Schule in der Schweiz, hatte bisher aber keine wichtigen politischen Ämter inne.
Der Kim Jong-il ist vor Monaten von der Bildfläche verschwunden und soll im August einen Schlaganfall erlitten haben. Anfang September nahm er nicht an den Feiern zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Nordkoreas teil, Ende Oktober fehlte er beim Begräbnis eines ranghohen Parteifreundes.
Nordkorea weist die Spekulationen um den Gesundheitszustand des 66-Jährigen stets als Propaganda zurück und veröffentlicht immer wieder undatierte Aufnahmen, die das Wohlbefinden des kommunistischen Machthabers belegen sollen.
AFP/cn



