Nordkorea bereitet nach eigenen Angaben den Start einer Rakete vor, mit der ein Kommunikationssatellit ins All geschossen werden soll.
Beobachter gehen allerdings davon aus, dass es sich dabei um den Test einer Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-2 handelt, die auch das Gebiet der USA erreichen kann. US-Außenministerin Hillary Clinton warnte auf ihrer Asien-Reise in der vergangenen Woche Nordkorea vor Provokationen. Südkorea erklärte, es werte das Vorhaben als Bedrohung seiner Sicherheit.
Ein erfolgreicher Start werde ein weiterer Riesenschritt für die Weltraumforschung und die Wirtschaft des Landes sein, hieß es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag. Nordkorea hat wiederholt erklärt, es habe das Recht, ein ziviles Weltraumprogramm zu entwickeln, in dessen Mittelpunkt die Taepodong-2 stehe.
Experten zufolge könnte eine solche Rakete den US-Bundesstaat Alaska erreichen. Bei dem bislang letzten Test im Jahr 2006 war die Rakete aber kurz nach dem Start explodiert. Experten zufolge ist Nordkorea nicht in der Lage eine Atomwaffe zu produzieren, die klein genug wäre, um als Sprengkopf der Rakete zu dienen.
1998 sorgte Nordkorea in der Region für Unsicherheit, als es eine Rakete abfeuerte, die über Japan flog. Nach nordkoreanischen Angaben handelte es sich damals um die Aussetzung eines Satelliten. Nach dem gescheiterten Test 2006 verboten die Vereinten Nationen dem Land weitere Tests ballistischer Raketen.
Norden stationiert neue Mittelstreckenraketen
Nordkorea stellte nach Angaben aus Südkorea neue Mittelstreckenraketen auf, die weite Gebiete Asien erreichen können.
Diese Raketen mit einer Reichweite von bis zu 3000 Kilometern könnten Ziele in ganz Japan und US-Stützpunkte auf Guam bekämpfen, heißt es in dem in Seoul vorgelegten Verteidigungsweißbuch.
Außerdem habe das Nachbarland seine Spezialtruppen um ein Drittel auf 180.000 Mann verstärkt und modernisiere seine gegen den Süden ausgerichtete Infanterie.
"Nordkoreas konventionelle Streitkräfte, die Entwicklung und Verstärkung seiner Massenvernichtungswaffen wie Atomwaffen und seiner Raketen sowie die Vorverlegung seiner Truppen sind eine direkte und ernsthafte Bedrohung unserer Sicherheit", heißt es in dem Weißbuch.
Bereits jetzt verfügt Nordkorea nach Erkenntnissen des Nachbarlandes über Raketen, die ganz Südkorea und die meisten Gebiete Japans treffen können. Laut Weißbuch besitzt das Land, das 1,19 Millionen Soldaten unter Waffen hat, 40 Kilogramm Plutonium. Nach Einschätzung von Experten würde das für mindestens fünf Atomwaffen reichen. Allerdings verfüge das Land nicht über die Technik, um daraus einen Sprengkopf zu bauen.
Am Wochenende hatte ein Experte die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass Nordkorea zum Monatsende eine Langstreckenrakete testen könnte, welche die USA erreichen kann.
US-Außenministerin Hillary Clinton hatte Nordkorea am Freitag aufgefordert, auf Provokationen zu verzichten und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. In den Gesprächen geht es um die Beendigung des Atomwaffenprogramms Nordkoreas.
Reuters/dpa/fsl




