Pakistan

Erste Festnahmen zu Bombay-Anschlägen

Gut zwei Wochen nach den Anschlägen von Bombay haben die pakistanischen Behörden gehandelt: Die Armee drang in das Lager einer verdächtigen radikalislamischen Rebellengruppe vor, drei Männer wurden festgenommen. Kurz zuvor hatte US-Außenministerin Condoleezza Rice Pakistan aufgefordert, gegen die Gruppe vorzugehen.

Im Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom Bombay haben die pakistanischen Behörden drei Mitglieder einer der radikalislamische Rebellengruppe Lashkar-e-Taiba nahestehenden Hilfsorganisation festgenommen.

Die Männer seien am Sonntag in einem Vorort von Muzaffarabad, der Hauptstadt des pakistanischen Teils von Kaschmir, festgenommen worden, sagte ein ranghoher Geheimdienstmitarbeiter am Montag. Die Regierung wollte die Festnahmen weder bestätigen noch dementieren.

Der Einsatz richtete sich nach Angaben des Geheimdienstlers gegen die islamische Hilfsorganisation Jamaat-ud-Dawa, die Verbindungen zu Lashkar-e-Taiba unterhalten soll. Nach einem Bericht des britischen Senders BBC ist die pakistanischen Armee außerdem gegen ein Lager der Laskar-e-Taiba im pakistanischen Teil Kaschmirs vorgegangen.

Wie die BBC in der Nacht zum Montag berichtete, sahen Augenzeugen einen Hubschrauber und Dutzende von Soldaten. Außerdem seien mehrere Explosionen zu hören gewesen. Das Lager sei abgeriegelt worden. Pakistanische Regierungsbeamte wollten Berichte, dass ein Terrorcamp eingenommen worden sei, nicht kommentieren.

Indien und der US-Geheimdienst verdächtigen die in Pakistan ansässige Rebellengruppe, hinter der verheerenden Anschlagsserie Ende November in Bombay zu stecken. Bei den Angriffen auf zwei Luxushotels, das Jüdische Zentrum, einen Bahnhof und weitere Ziele waren nach offiziellen Angaben 163 Zivilisten und Sicherheitskräfte sowie neun Attentäter getötet worden.

Die Nachricht von den Festnahmen kam wenige Stunden, nachdem US-Außenministerin Condoleezza Rice Pakistan zum Handeln aufgefordert hatte. Es gebe Hinweise, dass nichtstaatliche Akteure die Anschläge auf pakistanischem Boden vorbereitet hätten, sagte Rice am Sonntag.