Nach der Attacke auf die Wachsfigur von Adolf Hitler muss der Täter 900 Euro Geldstrafe zahlen. Der frühere Polizist Frank L. hatte vor einem Berliner Amtsgericht erklärt, er habe gegen das kommerzielle Interesse der Ausstellung von Madame Tussauds protestieren wollen. Hitler am Ort des Naziterrors dämonisch und voller Energie darzustellen sei völlig unangemessen.

Bei dem Angriff Anfang Juli 2008 hatte der Angeklagte der Figur den Kopf abgerissen und einen Wachmann leicht an der Hand verletzt. Der heute arbeitslose Mann wurde wegen Körperverletzung verurteilt. Es kam zum Prozess, weil der Hitler-Attentäter Einspruch gegen einen ersten Strafbefehl von 1800 Euro eingelegt hatte. Der Wachs-Hitler wird jetzt in veränderter Form präsentiert.

Frank L. war der zweite Besucher der Berliner Filiale von Madame Tussauds am Eröffnungstag, dem 5. Juli 2008. Er sprang über den Schreibtisch, an dem die Hitler-Wachsfigur präsentiert wurde, und zerstörte das 200.000 Euro teure Ausstellungsobjekt. Die Anklage bezifferte den Sachschaden auf 6325 Euro.

Die Präsentation der Hitler-Figur hatte schon vor der Eröffnung für Diskussionen gesorgt. Der Angeklagte hatte nach seiner Tat erklärt, dass der Auslöser eine Wette in seiner Stammkneipe gewesen sei. Trotz Kritik wurde die Wachsfigur restauriert und ist seit September wieder bei Madame Tussauds zu besichtigen.

dpa/AP/apä