Forderungen aus der CSU nach einem eigenen Vizekanzler stoßen in der Parteispitze auf Ablehnung. Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer bezeichnete in der "Bild am Sonntag" den Vorschlag aus seiner Partei als “Gespensterdiskussion“.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte, die Ämterverteilung sei bereits abgeschlossen. Dazu gebe es einen Koalitionsvertrag. „Wir beschäftigen uns besser mit den politischen Inhalten und Entscheidungen“, forderte Dobrindt. Er fügte hinzu: „Titel ohne Inhalte überlassen wir gerne anderen Koalitionspartnern.“

Auch der CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich lehnte eine Diskussion über Posten ab. „Die CSU ist in der Bundesregierung personell und qualitativ bestens aufgestellt“, sagte er in Berlin. Die Christsozialen stellten mit drei Ministern einen wichtigen Teil der Regierungsmannschaft und könnten ihre Anliegen hervorragend artikulieren. „Dazu bedarf es keines Vizekanzlerpostens“, betonte Friedrich. Der CSU gehe es darum, die Sacharbeit zügig und sachlich voranzutreiben. „Wir diskutieren nicht über Posten.“

Zuvor hatten sich mehrere CSU-Politiker für einen Vizekanzler aus den eigenen Reihen ausgesprochen. CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl sagte der „Bild“-Zeitung: „Auch der CSU steht logischerweise ein Vizekanzler zu. Denn die Koalition besteht aus drei unterschiedlichen Parteien.“

Aus Sicht von Uhl käme für das Amt eines CSU-Vizekanzlers zum Beispiel Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Frage: „Karl-Theodor zu Guttenberg würde in diesem Amt eine hervorragende Figur machen und den bundespolitischen Anspruch der CSU überzeugend verkörpern.“

Auch die CSU-Landtagsabgeordnete Christa Matschl erklärte, mit einem Vizekanzler würde die CSU ihren bundespolitischen Anspruch unterstreichen: „Karl Theodor zu Guttenberg würde in diesem Amt eine gute Figur machen!“

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis würde es ebenfalls begrüßen, wenn auch die CSU den Vizekanzler stellt, und hält den Verteidigungsminister für sehr geeignet.

ddp/AP/fas