Die SPD-Spitze will nach einem Zeitungsbericht der hessischen SPD-Chefin Andrea Ypsilanti einen neuen Anlauf für eine Wahl zur Ministerpräsidentin mit Hilfe der Linkspartei ausreden. SPD-Chef Kurt Beck, seine drei Stellvertreter Frank-Walter Steinmeier, Peer Steinbrück und Andrea Nahles sowie Generalsekretär Hubertus Heil wollten sich in den kommenden Wochen deshalb mit Ypsilanti treffen und sie von einer solchen Aktion abhalten, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf die Parteispitze in Berlin.

Ziel sei es, Ypsilanti vor den Folgen eines solchen Schrittes vor der Bundestagswahl 2009 für die Partei zu warnen. Ein Datum für das Gespräch stehe noch nicht fest, denkbar sei ein Termin im August.


Nach der Landtagswahl im Januar war es weder Ministerpräsident Roland Koch (CDU) noch seiner Herausforderin Ypsilanti gelungen, eine Koalition zu bilden. Ypsilanti gab nach innerparteilichen Widerstand den Plan auf, sich mit Hilfe der Linkspartei zur Regierungschefin wählen zu lassen. Die auch von SPD-Chef Beck befürwortete Öffnung zur Linkspartei ist in der Partei umstritten.


„Es gilt das Wort von Beck, dass man nicht zweimal mit dem gleichen Kopf gegen die gleiche Tür rennt“, zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ ein Mitglied der Parteispitze. In der hessischen SPD werde aber weiterhin darüber nachgedacht, Ypsilanti zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen.

Für den 13. September hat die Hessen-SPD einen Landesparteitag angesetzt, auf dem die Frage einer Kooperation mit der Linkspartei aus Sicht von SPD-Bundespolitikern nicht vermieden werden könne. In der Bundes-SPD gebe es den Wunsch, dass dieser Parteitag verschoben wird.

Reuters/cn