Vor dem Berlin-Besuch

Berliner SPD fordert Mitglieder zum Obama-Gucken auf

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Einen Tag vor dem Besuch des US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama haben Politiker aller Parteien große Erwartungen an den Auftritt des Politikers geäußert. Von einer "Erneuerung des transatlantischen Verhältnisses" ist die Rede und von einem "anderen Amerika". Besonders groß ist die Euphorie bei der Berliner SPD.

Die Berliner SPD ruft ihre Mitglieder dazu auf, am kommenden Donnerstag an der Kundgebung des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama teilzunehmen. In einem Brief an die Mitglieder des SPD-Landesverbands Berlin heißt es laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland": „Wir, die Berliner Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, wollen den demokratischen Präsidentschaftskandidaten herzlich begrüßen und rufen zur Teilnahme an der Kundgebung auf.“

Auch die Bundes-SPD verspricht sich viel von Obamas Auftritt. „Der Besuch von Barack Obama in Berlin ist eine große Chance für eine Erneuerung des transatlantischen Verhältnisses“, sagte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ). „Ich erhoffe mir Signale für eine Politik, die zur Lösung der globalen Herausforderungen auf Kooperation und Ausgleich statt auf Konfrontation und Abgrenzung setzt.“


Politiker anderer Parteien haben ebenfalls hohe Erwartungen an den Berlin-Auftritt des Kandidaten. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hofft auf einen engen Schulterschluss der USA mit Europa. „Ich wünsche mir, dass Barack Obama sagen wird: „Europa und Amerika gehören zusammen. Ich will helfen, dass Europa weiter zusammenwächst. Denn Amerika braucht Europa auch in Zukunft““, sagte Rüttgers der "WAZ".


Der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte, Obamas Besuch zeige: „Es gibt ein anderes Amerika.“ Er erwarte ein stärkeres Engagement im Kampf gegen den Klimawandel sowie Friedensimpulse im Nahost-Konflikt. „Das geht nur mit dem Iran“, betonte Trittin.

Linken-Fraktionschef Gregor Gysi hofft auf ein Signal, dass Obama die USA als erste Nation unter gleichen betrachte. „Die Wahl eines schwarzen Präsidenten der USA wäre ein politisch-kulturelles Jahrtausendereignis, was vor kurzem noch undenkbar schien. Heute ist dies auch wegen der Politik von Bush möglich“, sagte Gysi. Er hoffe, Obama werde in Berlin ein Signal geben, dass er die USA als erste Nation unter gleichen betrachte, das Völkerrecht respektiere, wirklichen Frieden in Nahost anstrebe und Armut in den USA bekämpfen wolle.

FDP-Chef Guido Westerwelle wünscht sich von Obama klare Bekenntnisse zur Abrüstung, zum Freihandel und zu den Bürger- und Menschenrechten. „Senator Obama sollte betonen, dass Amerika und Europa nur gemeinsam und als Partner Frieden und Wohlstand sichern können“, sagte Westerwelle. Er baute aber auch vor, für den Fall, dass Obama die Präsidentschaftswahl nicht gewinnen sollte: „Wir Liberale freuen uns sehr, wenn US-Präsidentschaftskandidaten in Berlin die transatlantische Freundschaft erneuern. Deshalb ist uns Barack Obama willkommen genauso wie John McCain.“

( AP/dpa/cn )