Der Eurovision Song Contest kommt auch 2027 nicht aus der politischen Debatte heraus. Die Niederlande werden im kommenden Jahr erneut nicht am ESC teilnehmen – aus Protest gegen die Teilnahme Israels. Der öffentliche Rundfunkverband NPO zog seine erst im September erteilte Zusage für den Wettbewerb zurück.

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Damit wächst die Gruppe der Länder, die dem ESC erneut fernbleiben oder einen Boykott erwägen. Auch Irland hat sich bereits gegen eine Teilnahme im kommenden Jahr entschieden. Island will ebenfalls fernbleiben, solange Israel beim Wettbewerb zugelassen ist. In Spanien gibt es Bestrebungen für einen erneuten Boykott.

Niederlande ziehen Zusage für ESC zurück

Noch im September hatte der niederländische Rundfunkverband NPO angekündigt, nach dem Boykott im vergangenen Jahr zum ESC zurückzukehren. Der Beitrag sollte als Gemeinschaftsprojekt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks entstehen. Daraus wird nun nichts. Bei den einzelnen Sendern sei die Unterstützung für eine Teilnahme nicht groß genug gewesen, teilte NPO mit. Keiner der Sender war letztlich bereit, die Verantwortung für den niederländischen Beitrag zu übernehmen. Der Nachrichtensender NOS will die beiden Halbfinals und das Finale dennoch übertragen.

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Bereits im August hatte der traditionell für den niederländischen ESC-Beitrag zuständige Sender Avrotros erklärt, wegen der Teilnahme Israels nicht nach Burgas fahren zu wollen. NPO hatte anschließend zunächst nach einer anderen Lösung gesucht.

Auch Irland und Island wollen nicht teilnehmen

Die Niederlande sind mit ihrem Boykott nicht allein. Irland hat bereits im September angekündigt, auch 2027 nicht am ESC teilzunehmen. Der öffentlich-rechtliche Sender RTÉ begründete seine Entscheidung unter anderem mit der humanitären Lage im Gazastreifen. Anders als die Niederlande will Irland den Wettbewerb auch nicht im Fernsehen übertragen.

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Auch Island will nicht antreten, solange Israel teilnehmen darf. Der Vorstand des öffentlich-rechtlichen Senders RÚV beschloss Ende September, der Europäischen Rundfunkunion (EBU) mitzuteilen, dass Island 2027 fernbleibt, sollte Israel nicht vom Wettbewerb ausgeschlossen werden.

Spanien könnte sicsich dem Boykott anschließen

Noch nicht endgültig entschieden ist die Teilnahme Spaniens. Der Präsident des öffentlich-rechtlichen Senders RTVE, José Pablo López, kündigte im September an, dem Verwaltungsrat einen erneuten Boykott vorzuschlagen. Trotz Änderungen am Wettbewerb gebe es aus seiner Sicht weiterhin ungelöste ethische Fragen. Eine endgültige Entscheidung steht bislang aus.

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Auch Slowenien hatte den ESC 2026 boykottiert. Ob das Land 2027 zurückkehrt, ist bislang ebenfalls offen. Damit könnten erneut mehrere Länder wegen Israels Teilnahme auf den Wettbewerb verzichten.

Fünf Länder boykottierten bereits den ESC 2026

Schon der Eurovision Song Contest 2026 in Wien war von der Kontroverse um Israel geprägt. Damals verzichteten die Niederlande, Irland, Spanien, Slowenien und Island auf eine Teilnahme. Sie hatten zuvor unter anderem einen Ausschluss Israels gefordert. Die EBU reagierte nach dem Wettbewerb mit mehreren Änderungen. Unter anderem kehren Jurys in die Halbfinals zurück, außerdem wurde die Zahl der möglichen Stimmen pro Bezahlmethode reduziert. Die Änderungen reichen offenbar nicht aus, um alle ehemaligen Teilnehmer zurückzugewinnen.

Der nächste Eurovision Song Contest findet im Mai 2027 im bulgarischen Burgas statt. Bulgarien richtet den Wettbewerb aus, nachdem Sängerin Dara den ESC 2026 in Wien gewonnen hatte.

mkx mit dpa