Wer am Mittwoch die Internetseite einer Behörde, einer Universität oder eines anderen Anbieters aufrufen wollte, konnte vorübergehend vor einer Fehlermeldung stehen. Zahlreiche Betreiber nahmen ihre Webseiten vorsorglich vom Netz. Der Grund war eine schwerwiegende Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP, die weltweit auf unzähligen Servern zum Einsatz kommt.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte vor einem erheblichen Bedrohungspotenzial und forderte dazu auf, die verfügbaren Sicherheitsupdates unverzüglich zu installieren. Doch was bedeutet das für Menschen, die im Internet einkaufen, Behördentermine buchen oder ihre persönlichen Daten auf Onlineportalen hinterlegen?

Die wichtigste Nachricht vorweg: Die Sicherheitslücke befindet sich auf den Servern der Webseitenbetreiber, nicht auf den Smartphones oder Computern der Besucher. Daraus ergibt sich keine unmittelbare Gefahr für private Geräte. Ein indirektes Risiko besteht allerdings, wenn Kriminelle ungeschützte Webseiten angreifen und dabei gespeicherte Informationen erbeuten.

Auch interessant

Was ist bei PHP passiert?

PHP ist eine Programmiersprache, die im Hintergrund vieler Internetangebote arbeitet. Sie ermöglicht es beispielsweise, Inhalte dynamisch bereitzustellen, Nutzerkonten zu verwalten oder Bestellungen in Onlineshops abzuwickeln.

Nun sind zwei kritische Schwachstellen bekannt geworden, die unter dem Namen „PHP2Shell“ geführt werden. Ihre Kennungen lauten CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619. Nach Angaben von „BR24“ und der „Tagesschau“ können Angreifer die Fehler unter bestimmten Voraussetzungen ausnutzen, um aus der Ferne eigenen Schadcode auf betroffenen Servern auszuführen.

Das Problem reicht damit weit über eine vorübergehend nicht erreichbare Internetseite hinaus. Gelingt ein Angriff, könnten Kriminelle die Kontrolle über einen Server übernehmen, Inhalte einer Webseite manipulieren oder auf dort gespeicherte Daten zugreifen. Denkbar ist auch, dass kompromittierte Systeme für weitere Angriffe missbraucht werden.

Auch interessant

Können Hacker jetzt persönliche Daten stehlen?

Ja, das ist grundsätzlich möglich – allerdings nicht automatisch und auch nicht bei jeder Webseite. Entscheidend ist, ob ein Server verwundbar ist, ob die Schwachstelle erfolgreich ausgenutzt wird und welche Daten ein Angreifer anschließend erreichen kann.

Was sollten Verbraucher jetzt tun?

Für die meisten Menschen besteht kein Anlass, vorsorglich sämtliche Passwörter zu ändern. Darauf weist auch der IT-Experte Christopher Kunz von heise online in einem Gespräch mit dem SWR hin. Unüberlegte Passwortwechsel können sogar nachteilig sein, wenn Nutzer anschließend schwächere oder mehrfach verwendete Kennwörter einsetzen.

Sinnvoller ist ein besonnenes Vorgehen: Nutzer sollten auf Warnungen betroffener Anbieter achten und deren Sicherheitshinweise befolgen. Bei verdächtigen E-Mails ist Vorsicht geboten: Im Zweifel sollte die Webseite direkt über die bekannte Adresse aufgerufen werden. Zudem empfiehlt es sich, für jeden Dienst ein eigenes, starkes Passwort und nach Möglichkeit eine Zwei-Faktor-Authentifizierung zu nutzen. Unbekannte Anmeldeversuche oder Authentifizierungsanfragen sollten Nutzer ernst nehmen und bei einem bestätigten Datenabfluss den Empfehlungen des Anbieters folgen.

Mehr zum Thema Cyber-Sicherheit

Der Dienst „Have I Been Pwned“ kann dabei helfen, zu prüfen, ob eine E-Mail-Adresse in bereits bekannten Datenlecks auftaucht. Ein unauffälliges Ergebnis ist allerdings keine Garantie dafür, dass keine Daten abgeflossen sind. Neue oder bislang unbekannte Vorfälle werden dort nicht zwangsläufig erfasst.