Plötzlich heulten die Sirenen: Auf den italienischen Inseln Stromboli und Panarea sind Bewohner und Urlauber am Sonntagabend vor einem möglichen Tsunami gewarnt worden. Nach Angaben des Vulkanportals „Vulkane.net“ wurde der Alarm gegen 20 Uhr ausgelöst. Viele dürften sich gefragt haben, ob eine gefährliche Flutwelle auf die Küste zurollt. Doch die Entwarnung folgte schnell: Ein technisches Problem an einer Messboje hatte den Alarm ausgelöst. Doch ganz unbegründet war die Sorge nicht, denn der Vulkan Stromboli, dem die Insel ihren Namen verdankt, ist weiterhin aktiv.
Stromboli: Lava fließt den Vulkanhang hinab
Und so stand zunächst auch ein Hangrutsch am Vulkan im Verdacht, den Alarm ausgelöst zu haben. Am Sonntagmorgen hatte der Stromboli begonnen, Lava aus seinem Krater auszustoßen. Am frühen Abend dauerte die Eruption noch an. Aufnahmen des Vulkanfotografen André Müller zeigen vergleichsweise dünnflüssige Lava, die an der Flanke des Bergs talwärts fließt. An anderen Schloten kam es am Wochenende zu „strombolianischen Eruptionen“ – also zu explosionsartigen Ausbrüchen, bei denen glühendes Material aus dem Krater geschleudert wird.
Auch interessant
Dass der Stromboli ausbricht, ist keine Seltenheit. Fast täglich kommt es zu Eruptionen. Auf dem steilen Hang entstehen immer wieder Gerölllawinen und kleinere Kollapsereignisse. Dabei können sogenannte Dichteströme entstehen: schnelle Gemische aus Gas, Asche und Gesteinsmaterial, die sich hangabwärts bewegen.
Könnte die Lava das Meer erreichen?
Ungewöhnlich ist, dass der Lavastrom beim aktuellen Ausbruch schon einen beträchtlichen Teil des Hanges hinabgeflossen ist. Sollte die Aktivität des Stromboli anhalten, könnte die Lava nach Einschätzung von Experten auch den unteren Bereich des Vulkans und schließlich die Küste erreichen.
Auch interessant
Ein solcher Lavafluss löst in der Regel keine Tsunamis aus. Gefährlich werden können allerdings Hangrutsche, bei denen Material ins Meer stürzt und dadurch eine Flutwelle verursacht. Genau solche Vorgänge soll das Frühwarnsystem auf den Liparischen Inseln erkennen.
Tsunami-Frühwarnsystem reagiert automatisch
Das Warnsystem „SALT Eolie“ soll die Bewohner der Inseln auch vor Flutwellen schützen, die durch vulkanische Aktivitäten ausgelöst werden können. Erkennt das System mögliche Gefahren, können die Sirenen auf Stromboli und Panarea automatisch losgehen. In Betrieb ist es seit Juli 2025.
Auch interessant
Hintergrund ist ein Ereignis aus dem Winter 2002/2003: Damals brach ein größerer Teil des Kraterrands am Stromboli ab. Die Gesteinsmassen rutschten ins Meer und lösten eine Flutwelle aus, die bis an die Küste des Inselortes Strombli gelangte. Größere Schäden blieben zwar aus, die Insel wurde dennoch evakuiert.
mkx





