Rauch in der Kabine, Feuer im Gepäckfach: Eine brennende Powerbank hat am Sonntag für einen gefährlichen Zwischenfall an Bord eines Passagierflugzeugs in Indien gesorgt. Der Airbus A321 der Fluggesellschaft IndiGo war von Neu-Delhi nach Chennai unterwegs, als plötzlich Rauch aus einem Gepäckfach aufstieg. Die Besatzung konnte das Feuer unter Kontrolle bringen. Die Piloten entschieden sich dennoch für eine Notlandung.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Die Maschine mit der Flugnummer 6E 6115 landete sicher auf dem internationalen Flughafen von Hyderabad. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde niemand verletzt.

Powerbank fängt Feuer: Rauch in Gepäckfach entdeckt

Auslöser des Zwischenfalls war offenbar eine Powerbank, die sich im Gepäckfach über den Sitzen befand. Zunächst war unklar, woher der Rauch kam. Ein Augenzeuge berichtete dem indischen Sender India Today von dem Notfall in der Luft. Viele Passagiere hätten anfangs nicht verstanden, was vor sich ging. Als sich die Situation zuspitzte, sei Panik ausgebrochen. In einem Video, das in den sozialen Netzwerken kursiert, sind Passagiere zu sehen, die versuchen, den Brand zu löschen.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von X, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Flugbegleiter konnten den Brandherd schließlich lokalisieren. Sie leiteten die speziellen Notfallverfahren für Lithium-Batterie-Brände ein und bekämpften die Flammen mit Feuerlöschern. Anschließend wurde das betroffene Gerät gekühlt, um ein erneutes Entzünden der Akkuzellen zu verhindern.

Die Fluggesellschaft IndiGo bestätigte den Zwischenfall. Sie erklärte später, die Kabinenbesatzung habe sofort reagiert und die Situation unter Kontrolle gebracht. Die Piloten hätten sich, nachdem der Brand bekämpft worden war, für eine Notlandung in Hyderabad entschieden. „Gemäß den geltenden Vorschriften haben die Piloten den Flug umgeleitet und sind sicher auf dem Rajiv-Gandhi-Flughafen in Hyderabad gelandet“, teilte IndiGo in einer Erklärung mit.

An Bord befanden sich laut der indischen Nachrichtenagentur PTI rund 180 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder. Für die Weiterreise nach Chennai stellte die Fluggesellschaft eine Ersatzmaschine bereit.

Warum brennende Powerbanks im Flugzeug gefährlich sind

Powerbanks enthalten in der Regel Lithium-Ionen-Akkus. Werden diese beschädigt, überhitzen sie oder tritt ein technischer Defekt auf, kann es zu einem sogenannten thermischen Durchgehen kommen. Dabei erhitzen sich die Batteriezellen unkontrolliert und können Feuer fangen. Besonders gefährlich ist, dass sich bereits gelöschte Akkus erneut entzünden können. Deshalb müssen die Geräte nicht nur gelöscht, sondern anschließend ausreichend gekühlt werden.

Auch interessant

Aus Sicherheitsgründen dürfen Powerbanks grundsätzlich nicht im aufgegebenen Gepäck transportiert werden. Sie gehören ins Handgepäck. Für ihre Mitnahme und Verwendung gelten zusätzliche Regeln, die je nach Fluggesellschaft unterschiedlich ausfallen können. Sie dürfen nicht an ein Handy angeschlossen oder während des Fluges geladen werden. Außerdem müssen sie in Reichweite aufbewahrt werden und dürfen nicht ins Gepäckfach gelegt werden.

Ähnlicher Zwischenfall bei KLM: Powerbank explodiert über dem Atlantik

Erst im September hatte es einen ähnlichen Zwischenfall bei der niederländischen Fluggesellschaft KLM gegeben. Am 17. September war eine Boeing 777 auf dem Flug KL735 von Amsterdam nach Curaçao unterwegs, als eine Powerbank in der Business Class überhitzte und Feuer fing – mit Brandspuren an Sitz und Fensterblende zur Folge.

Auch interessant

Die Besatzung konnte den Brand löschen. Dennoch entschieden sich die Piloten nach fünfeinhalb Flugstunden, über dem Atlantik nach Amsterdam umzukehren. Das betroffene Gerät soll dem früheren KLM-Chef Camiel Eurlings gehört haben. Eurlings soll die Powerbank entgegen den Sicherheitsregeln der Fluggesellschaft während des Fluges aufgeladen haben. Ein Mensch wurde nach Angaben der Fluggesellschaft leicht verletzt.

ari