Das Fieberthermometer mit der Knopfzelle, die elektrische Zahnbürste mit eingebautem Akku oder die Taschenlampe mit ihrem Satz an AA-Batterien – zahlreiche Alltagshelfer sind darauf angewiesen, dass sie zuverlässig mit Strom versorgt werden. Doch auch die stärkste Batterie und der langlebigste Akku machen eines Tages schlapp. Und dann setzt oft das Rätselraten ein: Wohin mit dem leeren Energiespender?
Leere Batterien und Akkus: Wertstoffe können durch Recycling zurückgewonnen werden
Das Wichtigste: Hausmüll, auch Verpackungsmüll, ist nicht der richtige Ort. Batterien und Akkus dort hineinzuwerfen, ist sogar gesetzlich verboten. Nicht nur, dass dann Ressourcen verloren gehen, die bei fachgerechtem Recycling aus dem alten Material gewonnen werden. Batterien können auch auslaufen, die Mülltonne oder den -container beschädigen. Damit können Schadstoffe in die Umwelt gelangen. Bei lithiumhaltigen Batterien oder Akkus besteht sogar die Gefahr, dass sie in Brand geraten, wenn sie in der Mülltonne oder im Müllauto gequetscht werden.

Dem Umweltbundesamt zufolge sind in Batterien, je nach Typ, in größeren Mengen die Wertstoffe Zink, Nickel, Eisen/Stahl, Mangan oder Aluminium enthalten. In kleineren Mengen steckten häufig Lithium, Kobalt, Silber und Seltene Erden drin, dazu kämen mitunter auch Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium oder Blei. Ein guter Teil dieser Stoffe könne über das Recycling zurückgewonnen werden, so die Behörde. Damit müssen weniger neue Rohstoffe abgebaut werden und Europa wird weniger abhängig von China, das zum Beispiel aktuell wegen Handelsstreitigkeiten den Export Seltener Erden beschränkt.
Drogerien und Supermärkte: Wo Batterien und Akkus entsorgt werden können
Daher gilt: Die richtige Entsorgung ist entscheidend. Bei leeren Batterien geht das überall dort, wo auch neue verkauft werden. Supermärkte und Drogerien sind ein guter und für die meisten Menschen schnell erreichbarer Anlaufpunkt. Häufig stehen dort im Eingangsbereich oder hinter den Kassen kleine Pappboxen oder Container, in denen sich die alten Batterien deponieren lassen. Doch auch Baumärkte und Tankstellen stellen häufig entsprechende Boxen bereit.

Wer ohnehin beim kommunalen Wertstoff- oder Recyclinghof vorbeischaut, kann alte Batterien und oft auch Akkus dort loswerden. In einigen Kommunen gibt es mobile Sammelstellen, die an festen oder vorher festgelegten Tagen an bestimmten Standorten stehen. Wer davon noch nicht gehört hat, kann im Internet nach dem Begriff „Schadstoffmobil“ in Verbindung mit dem Namen der eigenen Stadt oder Kommune suchen. Verbraucher können bei diesen mobilen Sammelstellen meist nicht nur Batterien und Akkus, sondern auch andere schadstoffhaltige Abfälle wie Leuchtstoffröhren abgeben.
Verbraucherzentrale NRW warnt: Vorsicht bei ausgelaufenen Batterien und Lithium-Ionen-Akkus
Wer viele Geräte mit Batterien verwendet, möchte vielleicht nicht immer daran denken, die leeren sofort zur Sammelstelle oder in den Supermarkt mitzunehmen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät jedoch dazu, leere Batterien nicht zu lange zu Hause herumliegen zu lassen, denn die Batterien können auslaufen. Wenn Elektrolyt austritt, eine Säure oder Base, könne diese reizend oder ätzend wirken. Die Verbraucherschützer raten daher dazu, beim Umgang mit ausgelaufenen Batterien Handschuhe zu tragen oder, wenn das nicht möglich ist, sich direkt im Anschluss an den Kontakt mit den Substanzen gründlich die Hände zu waschen.

Ob im Smartphone, im Akkuschrauber oder in der elektrischen Zahnbürste – viele Geräte sind mittlerweile mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet. Soll einer von ihnen entsorgt werden, sind auch hier kommunale Sammelstellen oder Händler, die selbst den entsprechenden Typ Akku im Sortiment haben oder hatten, die richtige Adresse. Die Verbraucherzentralen raten außerdem, bei lithiumhaltigen Batterien und Akkus die Pole vor der Rückgabe mit Klebestreifen abzukleben, um einen möglichen Kurzschluss zu vermeiden. Wichtig ist, bei Lagerung und Transport darauf zu achten, dass die Akkus nicht gebogen oder gequetscht werden. Sonst können Brände entstehen. Ist ein Lithium-Ionen-Akku aufgebläht, ist er bereits beschädigt und Eile bei der Entsorgung geboten.

Spezialfall Autobatterien: Seit rund sechs Jahren gibt es ein Pfandsystem
Ein Spezialfall sind Starterbatterien für Autos. Am einfachsten hat es hier, wer das Stück zum Beispiel in der Werkstatt tauschen lässt. Diese kümmert sich um die richtige Entsorgung. Wer selbst wechselt, kann sich für die Rücknahme der alten Batterie an eine Werkstatt, einen Händler oder eine lokale Sammelstelle wenden. Seit rund sechs Jahren gilt dabei ein Pfandsystem. Das soll Autofahrer dazu bringen, die Altbatterien richtig zu entsorgen. Wer eine neue Batterie kauft, ohne eine alte zurückzugeben, zahlt 7,50 Euro Pfand. Alte Batterien nehmen in der Regel Händler und Werkstätten, teilweise auch Recyclinghöfe zurück. Letztere stellen auf Wunsch eine Entsorgungsbescheinigung aus. Wer diese beim Kauf einer Neubatterie vorweist, muss dann kein Pfand zahlen.
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Seit einigen Jahren hält in immer mehr Haushalte eine neue Geräteklasse Einzug, die mit einem Akku ausgestattet ist: E-Bikes. Es gibt sie mit fest im Rahmen verbauten Akku, den in der Regel ein Fachhändler wechseln muss. Alternativ ist der Akku so eingesetzt, dass die Nutzer ihn selbst herausnehmen können. In der Regel handelt es sich hier um Lithium-Ionen-Akkus mit einem Gewicht von mehr als 500 Gramm. Dennoch müssen Händler, die entsprechende Akkus im Sortiment führen oder führten, den E-Bike-Akku zurücknehmen. Laut dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) sind seit Inkrafttreten der neuen EU-Batterieverordnung im August auch die kommunalen Sammelstellen zur kostenlosen Rücknahme verpflichtet.



