Wer seinen Winterurlaub 2026/2027 schon gebucht hat, sollte einen Blick auf die aktuellen Klimaprognosen werfen. Experten erwarten in den nächsten Monaten einen außergewöhnlich starken El Niño. Je nach Region kann es zu extremer Hitze, Dürren, Starkregen oder Überflutungen kommen. Große Teile Asiens, Nord-, Mittel- und Südamerikas, Afrikas sowie Australiens und Ozeaniens können stark betroffen sein.

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Die Deutsche Fachgesellschaft für Reisemedizin e.V. (DfR) rät dazu, einige Wochen im Vorfeld reisemedizinische Vorbereitungen zu treffen. Ein Überblick:

El Niño 2026/27: Klimaphänomen bringt extremes Wetter zur Reisezeit

Was ist El Niño eigentlich? Der Begriff bezeichnet ein Klimaphänomen im tropischen Pazifik. Dabei erwärmt sich die Meeresoberfläche ungewöhnlich stark, was Luftdruck und Windsysteme weltweit durcheinanderbringt. Die Folge können extreme Wetterlagen sein.

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Nach Einschätzung des Joint Research Centre der EU-Kommission dürfte sich das Phänomen vor allem zwischen Herbst 2026 und Frühjahr 2027 bemerkbar machen, mit dem Höhepunkt zwischen Dezember 2026 und Februar 2027 – also genau in der klassischen Winterreisezeit. Während die Bevölkerung ärmerer Länder häufig am stärksten unter den Folgen leidet, bekommen auch Urlauber die Auswirkungen zu spüren: Extremwetter kann in vielen Reiseländern das Risiko bestimmter Erkrankungen erhöhen.

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Wetterphänomene: Welche Regionen sind betroffen?

Wie stark sich die Folgen im Einzelfall bemerkbar machen, hängt stark von Reiseziel und Reiseart ab, erklärt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Präsident der DfR: „Je nach Region und Reiseart können die Auswirkungen von El Niño für den Einzelnen sehr unterschiedlich, oder auch gar nicht spürbar werden – daher ist es essenziell, spezifisch für die eigene Reiseroute die Prognosen aufmerksam zu verfolgen und entsprechend zu planen.“

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Konkret rechnen Experten ab September 2026 in vielen Regionen der Tropen und Subtropen mit außergewöhnlicher Hitze, die zwischen Dezember 2026 und Februar 2027 ihren Höhepunkt erreichen und in manchen Gebieten bis ins Frühjahr 2027 anhalten könnte. Gleichzeitig steigt vielerorts das Risiko für Trockenheit und Dürre. Betroffen sein könnten vor allem große Teile Australiens, Südostasiens, das südliche Afrika sowie Mittelamerika.

In anderen Regionen zeichnet sich hingegen das Gegenteil ab: Dort drohen überdurchschnittliche Niederschläge und Überschwemmungen. Dazu zählen laut Prognosen Ostafrika, Teile Zentral- und Ostasiens sowie größere Gebiete Süd- und Nordamerikas. 

Auf welche Gesundheitsrisiken müssen sich Reisende einstellen?

Hitze und Rauch von Wald- und Buschbränden sind für ältere Menschen sowie Personen mit Atemwegs-, Herz-Kreislauf- oder neurologischen Erkrankungen, Diabetes oder eingeschränkter Nierenfunktion besonders gefährlich. Auch Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder brauchen besonderen Schutz. Reiseplanung und Aktivitäten sollten entsprechend angepasst werden.

Auswertungen zeigen zudem: Starke El-Niño-Ereignisse haben in der Vergangenheit zu einem deutlichen Anstieg mückenübertragener Infektionen in den Tropen und Subtropen geführt, vor allem von Dengue- und Chikungunya-Fieber. Grund dafür sind laut DfR wärmere Temperaturen und veränderte Niederschläge.

Auch Trockenheit kann das Risiko erhöhen, etwa wenn Wasser in offenen Behältern gesammelt wird und so neue Brutplätze entstehen, wie die DfR erklärt. Zudem kann sich das Malaria-Risiko regional verschieben; Übertragungszeiten können sich verlängern.

In Ländern mit schwacher Infrastruktur hat El Niño in der Vergangenheit außerdem Ausbrüche von Cholera und anderen wasserübertragenen Infektionen begünstigt – ausgelöst durch Starkregen, Überschwemmungen und beschädigte Wasser- und Abwassersysteme. „Für Reisende ist das Risiko für Cholera-Infektionen im Allgemeinen gering. Je nach Reiseregion und Situation vor Ort sollten Reisende jedoch vermehrt auf Wasser- und Lebensmittelhygiene achten“, sagt Dr. med. Markus Frühwein, 1. Vizepräsident der DfR.

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El Niño: So bereiten sich Reisende optimal vor

Wer in den kommenden Monaten in von El Niño betroffene Länder reist, sollte laut DfR einige Vorkehrungen treffen:

  • Reisemedizinische Beratung: Idealerweise 4 bis 6 Wochen vor Abreise – im Notfall auch kurzfristiger – eine reisemedizinische Beratung wahrnehmen. Dabei lässt sich klären, welche Reiseimpfungen nötig sind und ob Standardimpfungen aufgefrischt werden sollten.
  • Reiseapotheke: Die Reiseapotheke sollte so bestückt sein, dass wichtige Medikamente auch bei möglichen Versorgungsengpässen vor Ort verfügbar sind. Besonders wichtig ist das für Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie für Individualreisen in Regionen mit schwächerer Infrastruktur.
  • Mückenschutz: In tropischen und subtropischen Regionen ist der Schutz vor Mückenstichen unverzichtbar, etwa durch Repellentien mit mindestens 30 Prozent DEET, lange, helle Kleidung, Moskitonetze sowie nach Möglichkeit Unterkünfte mit Klimaanlage oder Insektenschutzgittern.
  • Lokale Warnungen: Vor Ort sollten Reisende aktuelle Hinweise lokaler Behörden und Medien zu Extremwetter, Waldbränden, Überschwemmungen, Badeverboten oder Straßensperrungen im Blick behalten.
  • Versicherungsschutz: Vor Reiseantritt lohnt sich ein Blick auf die Auslandskrankenversicherung sowie auf Regelungen zu Rücktransport und Reiseabbruch.