In In der russischen Region Irkutsk in Ostsibirien ist eine Frau an den Folgen einer Pesterkrankung gestorben. Der Gouverneur der Region Burjatien, Alexeij Zydenow, erklärte am Freitag, in der Nachbarregion Irkutsk sei eine Frau an der Pest gestorben. Örtliche Medien berichteten, es handele sich bei der Toten um die 28-jährige Labortechnikerin Daria Tschipilowa. Berichten zufolge mussten dutzende Menschen in Quarantäne.

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Nach Angaben des Onlinemediums „Menschen vom Baikal“ arbeitete die Frau für das Institut zur Pestbekämpfung von Irkutsk. Dort habe sie sich möglicherweise durch ein zerbrochenes Reagenzglas mit dem Lungenpesterreger angesteckt. Bis zu 200 Menschen, mit denen Tschipilowa in Kontakt war, wurden unter Quarantäne gestellt, berichtete das Portal.  

Das russische Gesundheitsministerium veröffentlichte zunächst keine Stellungnahme. Die Nachrichtenagentur AFP konnte die Angaben nicht unabhängig überprüfen.

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Pest: Verlauf fast immer tödlich – Hohe Ansteckungsgefahr

Die Lungenpest ist die gefährlichste und aggressivste Verlaufsform der Pest, einer bakteriellen Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht wird. Unbehandelt verläuft sie fast immer tödlich, meist innerhalb von 24 bis 72 Stunden nach Symptombeginn.

Man unterscheidet zwei Entstehungsformen: Die primäre Lungenpest entsteht durch die Übertragung von Mensch zu Mensch mittels Tröpfcheninfektion, etwa durch Husten, Niesen oder engen Kontakt mit Erkrankten. Da die Erreger dabei direkt in die Atemwege gelangen, ist die Ansteckungsgefahr sehr hoch. Seltener erfolgt die Infektion durch das Einatmen erregerhaltiger Aerosole, etwa bei Kontakt mit infizierten Tieren oder in Laborumgebungen.

Die sekundäre Lungenpest entsteht dagegen als Komplikation einer Beulenpest (Bubonenpest) oder einer septikämischen Pest, wenn sich die Bakterien über die Blutbahn in die Lunge ausbreiten. Ursprünglich wird diese Form meist durch Flohstiche von Nagetieren wie Ratten oder durch Kontakt mit infiziertem Tiergewebe ausgelöst.

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Pest in Russland: Kurze Inkubationszeit, heftige Symptome


Die Inkubationszeit ist mit meist ein bis drei Tagen sehr kurz, und der Krankheitsverlauf schreitet außerordentlich schnell voran. Typisch ist ein plötzlich einsetzendes hohes Fieber, oft über 39 Grad, begleitet von Schüttelfrost, starken Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeinem Krankheitsgefühl.

Hinzu kommt Husten, der zunächst trocken ist und später mit blutig-schaumigem oder wässrigem Auswurf einhergeht, sowie zunehmende Atemnot und Brustschmerzen infolge einer sich rasch entwickelnden Lungenentzündung. Begleitend treten häufig Übelkeit und Erbrechen auf. Im weiteren Verlauf kommt es zu Kreislaufversagen, Sepsis und schließlich zu Multiorganversagen. Ohne Behandlung führt die Erkrankung fast immer innerhalb weniger Tage zum Tod.

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Entscheidend für das Überleben ist eine sofortige Behandlung, idealerweise innerhalb der ersten 24 Stunden nach Symptombeginn, da die Erkrankung sonst sehr rasch tödlich verläuft. Da von Erkrankten eine hohe Ansteckungsgefahr ausgeht, ist eine strikte Tröpfchen- und Kontaktisolation erforderlich, ergänzt durch eine intensivmedizinische Überwachung.

Da die Pest in Deutschland und den meisten anderen Ländern eine meldepflichtige Krankheit ist, muss ein Verdachts- oder Erkrankungsfall den zuständigen Gesundheitsbehörden gemeldet werden.

afp/bee