Es war ein historischer Moment für Norwegen: Am vergangenen Dienstag hat der neue König Haakon VIII. den Eid auf die Verfassung im Parlament in Oslo abgelegt – allerdings ohne seine Frau und die neue Königin Mette-Marit, die im Sommer eine neue Lunge bekommen hatte. König Harald V. war am 28. August im Alter von 89 Jahren im Krankenhaus gestorben. Der Sarg des alten Monarchen wurde drei Tage später in einer andächtigen Zeremonie von einem Salon des Osloer Schlosses in die Schlosskapelle gebracht worden.

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Aufsehen erregt hatte, dass auch Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby den Leichnam begleitete. Der 29-Jährige war im Juni unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Derzeit sitzt Høiby seine Untersuchungshaft mit elektronischer Fußfessel in Schloss Skaugum, dem Zuhause des Königspaares, ab.

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Jetzt hat Høiby einer Verlängerung seiner Untersuchungshaft, seinem Verteidiger zufolge, vorab zugestimmt. „Das ist auf den Tod des Königs und die damit verbundenen Umstände zurückzuführen“, sagte sein Rechtsanwalt Petar Sekulic der Nachrichtenagentur NTB. Der norwegische König Harald V. war Høibys Zieh-Opa.

Marius Borg Høiby: Kritik an Auftritt – „Weg von der Haft zur Sänfte war kurz“

Bereits seit Februar sitzt Høiby in U-Haft, die regelmäßig verlängert werden muss. Am kommenden Montag läuft sie erneut aus. Gegenüber „VG“ ergänzte Sekulic, sein Mandant wolle kein Aufsehen um das Haftverfahren. „Er wünscht sich keinen Fokus und keinen Lärm rund um die Haftsache und stimmt deshalb zu“, sagte Sekulic. In der Vergangenheit hatte Høiby immer wieder beantragt, aus der Haft entlassen zu werden.

Dennoch: Allein der Wirbel um seinen Auftritt bei den Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen König war groß. „Ein Untersuchungshäftling trug die Bahre des Königs durch den prächtigsten Saal des Palastes. Das war zweifellos ein historischer Moment“, kommentierte der norwegische Politikredakteur Kjetil B. Alstadheim. Provokant ergänzte er: „Der Weg von der Haft in Skaugum zum Schloss und zur Sänfte des Königs war kurz.“

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Das gegen ihn ergangene Urteil möchte Høiby anfechten. Ein Berufungsprozess könnte im kommenden Jahr starten. Die Polizei sieht eine Wiederholungsgefahr und plant deshalb, ihn in Untersuchungshaft zu behalten. Auch für die Beisetzung von König Harald V. am kommenden Mittwoch im Osloer Dom hat er Ausgang bekommen. 

dpa/dw