Zusammenfassung
- Archäologen haben unter der Grabeskirche in Jerusalem einen faszinierenden Fund gemacht
- Der Fundort passt zu den biblischen Beschreibungen von Jesu Grab
- Doch was genau wurde gefunden? Die wichtigsten Infos im Überblick
In Jerusalem sorgt eine neue archäologische Entdeckung für Aufsehen. Unter der Grabeskirche haben italienische Archäologen nach jahrelanger Suche eine antike Bestattungslandschaft freigelegt. Das Besondere: Die Funde passen erstaunlich gut zu den biblischen Beschreibungen des Ortes, an dem Jesus gekreuzigt und bestattet worden sein soll. Die Stätte wird jährlich von rund vier Millionen Pilgern und Touristen besucht. Erste Details der Ausgrabungen wurden nun in einer vorläufigen Studie in der Jerusalemer Fachzeitschrift „Liber Annuus“ veröffentlicht.
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Archäologen entdecken antike Gräber und Garten unter Kirchenboden
Die archäologischen Arbeiten begannen im Jahr 2022 im Zuge einer umfassenden Restaurierung des Kirchenfußbodens. „Wir haben Hinweise auf eine Begräbnislandschaft gefunden“, sagt die leitende Archäologin Francesca Romana Stasolla von der römischen Universität „La Sapienza“. Unter dem im vierten Jahrhundert errichteten Gotteshaus kamen unter anderem ein verlassener Steinbruch, landwirtschaftliche Flächen, ein Garten sowie Felsengräber zum Vorschein.
Im Johannesevangelium heißt es dazu: „Nahe bei der Stelle, wo Jesus gekreuzigt worden war, befand sich ein Garten. Darin war eine neue Grabkammer, in der noch niemand gelegen hatte.“
Für die Archäologen ist diese Übereinstimmung hochgradig spannend. „Das Evangelium erwähnt eine grüne Fläche zwischen Golgatha und dem Grab, und wir haben diese bewirtschafteten Felder identifiziert“, so Stasolla. Auch die Lage scheint zu stimmen. Laut Bibel ereignete sich die Kreuzigung nahe bei, aber außerhalb von Jerusalem. Im Hebräerbrief wird erwähnt, dass Jesus außerhalb des Stadttors gelitten habe. Tatsächlich lag der nun entdeckte Steinbruch zur damaligen Zeit außerhalb der Stadtmauern.
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Archäologen entdecken Spuren von Olivenbäumen und Weinreben
Auch die landwirtschaftliche Nutzung des Areals gilt als gesichert. Die Forscher stießen auf Spuren von Olivenbäumen und Weinreben. Möglicherweise handele es sich um genau die Vegetation, auf die im Johannesevangelium verwiesen wird.

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Die direkt in den Fels gehauenen Gräber seien laut Stasolla ein klarer Beleg für eine einstige Begräbnisstätte. Dies deckt sich mit den Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas, wonach das Grab Jesu aus dem Fels geschlagen war.
Dass die Gräber die Zeit überdauerten, ist einer historischen Überbauung zu verdanken. Ein kaiserlicher Prachtbau hielt das antike Grabmal jahrhundertelang verborgen. Errichtet im zweiten Jahrhundert unter der Herrschaft von Kaiser Hadrian, verdeckte das römische Monument die besondere Ruhestätte. Erst rund 200 Jahre später ordnete Kaiser Konstantin den Abriss des Gebäudes an. Seine Arbeiter legten das Grab wieder frei und bauten an seiner Stelle ein christliches Heiligtum, das fortan als Pilgerstätte diente.
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Glaube prägt das Grab Jesu und die Geschichte Jerusalems
Ein eindeutiger Beweis, dass es sich um das echte Grab Jesu handelt, ist der Fund jedoch nicht. „Der wahre Schatz, den wir hier offenbaren, ist die Geschichte der Menschen, die diesen Ort durch ihren Glauben geprägt haben“, betont Stasolla. „Ob man nun an die Historizität des Heiligen Grabes glaubt oder nicht, die Tatsache, dass Generationen von Menschen daran glaubten, ist unbestreitbar. Die Geschichte dieses Ortes ist die Geschichte Jerusalems und zumindest ab einem gewissen Zeitpunkt auch die Geschichte der Verehrung Jesu Christi.“










