Ein ganz normaler Wocheneinkauf – das war eigentlich die Absicht einer 54-jährigen Neuseeländerin. Doch der Gang zum Supermarkt endete für sie in einem medizinischen Notfall, der sie fast das Leben gekostet hätte. Auf dem Parkplatz eines Supermarkts in Orewa, einem Vorort Aucklands, Neuseelands größter Stadt, kollabierte die Frau plötzlich und erlitt einen Herzstillstand. Das neuseeländische Portal „Stuff“ berichtet, dass sich das Ereignis bereits am 26. Juli zugetragen hat.

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Während Mitarbeiter des Supermarkts sofort zur Stelle waren und Sichtschutzwände errichteten, sprang eine unbekannte Passantin mutig ein. Sie bemerkte, dass die Frau keinen Puls mehr hatte, und setzte ohne zu zögern eine Herzdruckmassage an.
Als dann der Rettungswagen eintraf und die Patientin wieder einen Puls aufwies, war die Retterin bereits in der Menge verschwunden – für ein Dankeschön blieb keine Zeit. Im Krankenhaus wurde der Familie das Ausmaß der Lage bewusst: „Für einen Moment war sie technisch gesehen tot“, teilte ihr Vater Keith Wilkinson dem neuseeländischen Nachrichtenmedium fassungslos mit.
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Parkplatzüberwachung: Frau erhält Strafzettel nach Notfall im Supermarkt
Die 54-Jährige lag auf der Intensivstation und kämpfte um ihr Leben, während die automatische Parkplatzüberwachung des Supermarkts unerbittlich weiterlief. Ihr Auto hatte die normalerweise auf 90 Minuten begrenzte Parkdauer durch den medizinischen Notfall um ein Vielfaches überschritten: Insgesamt stand der Wagen fünfeinhalb Stunden (341 Minuten) statt der maximal zulässigen 90 Minuten auf dem Parkplatz.
Kurz nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus flatterte dann ein Brief vom Parkplatzbetreiber Smart Compliance Management ins Haus: ein Knöllchen in Höhe von 80 neuseeländischen Dollar – umgerechnet etwa 40 Euro. Auch in Neuseeland ist es üblich, dass Supermärkte ihre Kundenparkplätze nicht selbst verwalten, sondern diese Aufgabe an spezialisierte private Dienstleister delegieren – ähnlich wie in vielen anderen Ländern. Diese Unternehmen kümmern sich um die Überwachung und verhängen Verwarnungsgelder, sobald Kunden länger parken, als erlaubt ist.
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Parkgebühr trotz Notfall: Parkplatzbetreiber bleibt stur
Als die Familie gegen die Strafe Einspruch erhob und die lebensbedrohliche Situation erklärte, reagierte der private Parkplatzanbieter völlig ungerührt. Statt die Geldbuße zu erlassen, zeigte man sich nur dazu bereit, sie in eine sogenannte „Verwaltungsgebühr“ von 30 Dollar (etwa 15 Euro) umzuwandeln. Zur Begründung hieß es, man müsse für alle Kunden gleiche Parkbedingungen sicherstellen – die Regeln seien schließlich deutlich ausgeschildert.
Der Vater war fassungslos: Seine Tochter sei langjährige und loyale Kundin des Supermarkts gewesen – er empfand dieses Verhalten als „zutiefst beleidigend“. Um die gerade genesende Tochter vor weiterem Ärger zu bewahren, zahlte die Familie die Gebühr letztendlich doch.
Lange musste sich die Familie darüber jedoch nicht ärgern. Als die Angestellten des Supermarkts New World in Orewa von dem Strafzettel erfuhren, kam Bewegung in die Sache: Sie sammelten die 30 Dollar ein und gaben sie der Frau aus eigener Tasche zurück – eine Geste, die Wilkinson als „fair“ bewertete.
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Steve McClean, Inhaber und Betreiber der Filiale, sagte gegenüber „Stuff“, dass der Supermarkt sofort nach Bekanntwerden des Vorfalls Smart Compliance kontaktiert und sowohl die Aufhebung des Verwarnungsgeldes als auch die Rückzahlung der Gebühr verlangt habe. „Das war eine extrem belastende Situation für unsere Kundin und ihre Familie, und es tut mir aufrichtig leid, dass ihnen dadurch noch mehr Stress und Ärger entstanden sind“, erklärte McClean.
Letztendlich zeigte sich auch Smart Compliance dann doch noch einsichtig. Ein Unternehmenssprecher entschuldigte sich und gab zu, dass die erste Reaktion die „besonderen Aspekte des Falles nicht ausreichend berücksichtigt“ habe.









