Entsetzen in Thailand: Ein 14 Jahre alter Schüler soll am Freitag mit der Pistole seines Großvaters sieben Menschen getötet haben. Nach Angaben der Behörden erschoss der Jugendliche zunächst seine Großeltern, mit denen er zusammenlebte. Anschließend ging er zu seiner Schule, der Debsirin Nonthaburi School nordwestlich von Bangkok, und eröffnete dort das Feuer.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Bei dem Angriff wurden nach Angaben von Ministerpräsident Anutin Charnvirakul fünf Lehrer getötet. Zudem wurden zahlreiche Menschen verletzt. Die Angaben zur genauen Zahl der Verletzten unterscheiden sich: Berichten zufolge sind 23 Menschen betroffen, andere Quellen sprechen von über 30 Verletzten. Neun Menschen sollen sich weiterhin in kritischem Zustand befinden.
Auch interessant
Der mutmaßliche Täter wurde nach der Tat verletzt ins Krankenhaus gebracht, starb jedoch später an seinen Verletzungen. Die Polizei fand neben ihm die Handfeuerwaffe sowie weitere Munition.
Schüler versteckten sich in Klassenzimmern
Während des Angriffs versuchten Schüler, sich in den Klassenräumen in Sicherheit zu bringen. In sozialen Medien verbreitete Aufnahmen zeigen, wie Jugendliche sich unter Tischen verstecken. Ein Schüler berichtete laut New York Times, dass seine Klasse die Tür verriegelte, Möbel davor schob und das Licht ausschaltete. Fast eine halbe Stunde hätten die Jugendlichen auf dem Boden ausgeharrt, bevor sie von Einsatzkräften in Sicherheit gebracht wurden.
Andere Schüler berichteten, sie hätten Schüsse gehört und seien in Panik geflohen. Einige kletterten über Zäune, um das Schulgelände zu verlassen. BBC berichtete, wie Eltern zur Schule eilten, um nach ihren Kindern zu suchen.
Auch interessant
Motiv bislang unklar
Die Hintergründe der Tat sind noch nicht vollständig geklärt. Ministerpräsident Anutin sagte, der Jugendliche habe zuletzt wegen schulischer Belastungen unter Druck gestanden. Die Großmutter des Jungen, eine ehemalige Lehrerin, soll nach seinen Angaben sehr auf seine schulischen Leistungen geachtet haben.
Auch mögliche Berichte über Mobbing werden geprüft. Ein Zusammenhang mit der Tat ist bislang jedoch nicht bestätigt. Die Ermittler untersuchen außerdem digitale Spuren und beschlagnahmte Geräte, um mehr über die Vorbereitung des Angriffs herauszufinden.
Der Regierungschef sprach von einer geplanten Tat. Gleichzeitig betonte er, dass noch viele Fragen offen seien. „So etwas dürfte niemals geschehen“, sagte Anutin vor Journalisten.
Erneute Debatte über Waffengesetze
Der Angriff hat in Thailand erneut eine Diskussion über strengere Regeln für Schusswaffen ausgelöst. Das Land gehört in Südostasien zu den Staaten mit einer vergleichsweise hohen Zahl privater Waffen.
Schätzungen zufolge befinden sich rund zehn Millionen Schusswaffen in Privatbesitz. Immer wieder kommt es zu schweren Gewalttaten mit Schusswaffen.
Bereits in den vergangenen Jahren erschütterten mehrere tödliche Angriffe das Land. 2022 tötete ein ehemaliger Polizist in einer Kindertagesstätte mehr als 20 Menschen, viele davon Kinder. 2023 erschoss ein 14-Jähriger in einem Einkaufszentrum in Bangkok zwei Menschen und verletzte weitere. Auch 2025 kam es in Bangkok zu einem tödlichen Angriff auf einem Markt.
Lesen Sie auch
Ministerpräsident Anutin kündigte nach der jüngsten Tat eine Überprüfung der Waffengesetze an. Details zu möglichen Änderungen nannte er zunächst nicht.
Die Ermittlungen an der Schule bei Bangkok dauern an. Das Gelände soll nach Medienberichten vorübergehend geschlossen bleiben.









