Immer wenn er die Sirene eines Rettungswagens hört, ist alles wieder da. Da sieht er sich selbst, wie er im Flur seines Hauses ruft und ruft und schreit und schreit: „Ich habe mir den Arm abgeschnitten. Bind mir den Arm ab.“ Sieht, wie seine Ehefrau Claudia herangeeilt kommt, wie sie den Gürtel aus ihrer Hose nimmt, den Arm abbindet, weit oberhalb, damit die Blutung, diese schlimme Blutung, gestillt wird. Hört das Tatütata, während er diesen linken Arm, der nur noch an einem Stückchen Haut hing, mit der rechten Hand fest an sich presst.
Wenn er das erzählt, hält er ihn immer noch fest an seinen Körper gedrückt. Man sieht es in seinem Blick: Dirk Hüser erlebt alles immer wieder neu. Wie er durchs Treppenhaus kriecht, wie die Notärzte kommen. Spürt, wie das Adrenalin durch seine Adern fließt. Dabei hatte er doch nur schnell eine Fußleiste zurechtsägen wollen. 57 Jahre alt ist er, selbstständiger Malermeister im Essener Süden. Einer, der nie groß hinauswollte. Keine Angestellten. Nur er allein. Als es passierte, im November vergangenen Jahres, war er gerade dabei, sein altes Haus zu renovieren. Er schüttelt den Kopf, kann es immer noch nicht richtig glauben. „Ich hatte einen langen Pulli an. Der wurde von der Säge reingezogen. Und der Arm mit.“ Wie er sich zurück ins Leben kämpfte, erzählt er hier.






