Im Schweizer Kanton Wallis sorgt eine wachsende Bruchlinie im Erdreich für Sorge. Oberhalb des Dorfes Chippis hat sich ein rund 250 Meter langer Riss gebildet. Sollte der Hang ins Rutschen geraten, könnte eine große Erdmasse abrutschen und den darunterliegenden Fluss aufstauen. Die Behörden bereiten deshalb vorsorglich Maßnahmen für eine mögliche Evakuierung vor.

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Die Spalte befindet sich am Hang im Val d’Anniviers oberhalb des Flusses Navizence. Der Hauptriss ist nach Angaben von Geologen zwischen 80 Zentimeter und einem Meter breit. Zudem wurden mehrere kleinere Nebenverwerfungen festgestellt. Insgesamt gilt eine Erdmasse von etwa 500.000 Kubikmetern als instabil.

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Entdeckt wurde die Bruchstelle bereits im Oktober. Seitdem beobachten Fachleute die Entwicklung kontinuierlich. Messgeräte, Laserscanner und Kameras erfassen die Bewegungen des Bodens. Zusätzlich überfliegt eine Drohne das Gebiet regelmäßig. Nach aktuellen Messungen wächst die Bruchlinie täglich um zwei bis vier Millimeter.

Hochwasser als Auslöser

Nach Einschätzung der Geologen steht der Riss mit starken Hochwasserereignissen in den Jahren 2018 und 2024 in Zusammenhang. Damals wurde das Bett der Navizence durch die Wassermassen geschwächt. Da der Hang teilweise auf diesem Flussbett aufliegt, verlor er damit einen Teil seiner natürlichen Stütze. In der Folge begann die darüber liegende Erdschicht langsam abzurutschen und senkte sich ab, bis schließlich der sichtbare Riss entstand.

Besonders kritisch wäre ein Szenario, bei dem größere Teile des Hanges plötzlich abbrechen. Das Geröll könnte den Fluss blockieren und einen temporären See entstehen lassen. Vor allem während der Schneeschmelze könnte ein solcher Aufstau zu Überschwemmungen führen.

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Gefährdet wäre dann vor allem das rund 1.500 Einwohner zählende Dorf Chippis, durch das die Navizence fließt. Auch die Stromversorgung des Tals könnte betroffen sein. Nach Angaben der Behörden soll deshalb bis zum Sommer vorsorglich eine Notstromleitung installiert werden.

Evakuierung wird vorbereitet

Die Bevölkerung wurde gebeten, sich dem betroffenen Hang nicht zu nähern. Gleichzeitig bereiten die Behörden Notfallpläne vor. In den Zivilschutzräumen umliegender Gemeinden wurden bereits Plätze reserviert, falls Bewohner von Chippis kurzfristig in Sicherheit gebracht werden müssen.

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Bei einer Informationsveranstaltung in der Gemeinde informierten Vertreter der Behörden über die Lage. Viele Bürger interessierte vor allem, wie viel Zeit im Ernstfall für eine Evakuierung bleiben würde.

Nach Einschätzung der Geologen gilt ein plötzlicher großflächiger Hangsturz derzeit als mögliches, aber eher unwahrscheinliches „Katastrophenszenario“. Sie gehen derzeit davon aus, dass sich die instabile Masse eher schrittweise lösen könnte. Die Entwicklung wird dennoch weiterhin genau beobachtet.