Zehn Monate nach Beginn des Pontifikats von Papst Leo XIV. werden neue Details zum Konklave bekannt, bei dem im vergangenen Mai das neue Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt wurde. Die Versammlung zur Wahl eines Nachfolgers für den im April verstorbenen Papst Franziskus wurde demnach durch eine gravierende Sicherheitslücke unterbrochen: Einer der 133 beteiligten Kardinäle trug offenbar ein Mobiltelefon bei sich, obwohl elektronische Geräte in der Sixtinischen Kapelle strikt verboten sind.

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Das berichten die Vatikan-Experten Elisabetta Piqué und Gerard O’Connell in ihrem Buch „The Election of Pope Leo XIV: The Last Surprise of Pope Francis“, das diese Woche in den USA erschienen ist. Demnach registrierten Sicherheitsverantwortliche das Signal einer aktiven Mobilfunkverbindung, als sich die Geistlichen in der mit Störsendern ausgestatteten Kapelle auf den ersten Wahlgang vorbereiteten.
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Handy Fauxpas ließ Kardinal „desorientiert und verstört“ zurück
Die Kardinäle hätten sich ungläubig angesehen, bis einer der älteren Kirchenmänner bemerkte, dass er noch ein Handy in der Tasche hatte. Der Vorfall habe ihn „desorientiert und verstört“ zurückgelassen, schreiben die Autoren. Die Szene sei „unvorstellbar selbst für einen Film und in der Geschichte moderner Konklaven beispiellos“. Der betroffene Kardinal wird in dem Buch nicht namentlich genannt.
Während der Handy-Eklat in der Kapelle für Aufruhr sorgte, warteten Gläubige auf dem Petersplatz am Abend des 7. Mai lange vergeblich auf Rauch aus dem Schornstein, der die Wahl des neuen Papstes verkündet. Mit einem ersten Ergebnis wurde gegen 19.30 Uhr gerechnet. Tatsächlich stieg jedoch erst kurz nach 21 Uhr schwarzer Rauch auf, also rund anderthalb Stunden später – was als ungewöhnlich galt. Zu dem Zeitpunkt wurden keine Gründe für die Verzögerung genannt, da für die Teilnehmer ein striktes Kontaktverbot zur Außenwelt gilt.

Nach Papstwahl: Kardinal mit rührender Geste an den neuen Papst
Piqués und O’Connels Buch gibt noch weitere Einblicke in die Zeit um die Papstwahl 2025: So hätten sich beispielsweise einige Kardinäle über das Fehlen von Toiletten in der Sixtinischen Kapelle beklagt. Das jüngste Konklave gilt als das bislang internationalste in der Geschichte der katholischen Kirche. Im Vorfeld war vielfach spekuliert worden, ob ein Papst aus Asien oder Afrika gewählt werden könnte, da Kardinäle aus 70 Ländern teilnahmen. Laut dem Buch erhielt jedoch kein Kardinal aus diesen Regionen nennenswerte Unterstützung.
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Stattdessen habe sich recht schnell abgezeichnet, dass Robert Francis Prevost neuer Papst werden könnte, heißt es im Buch. So erhielt der studierte Mathematiker am Abend des 7. Mai bereits einmal 20 und einmal 30 Stimmen. Der ebenfalls als Favorit gehandelte philippinische Kardinal Luis Antonio Tagle sei nie auf mehr als zehn Stimmen gekommen. Im vierten Wahlgang am 8. Mai setzte sich Prevost schließlich mit 108 Stimmen durch, nachdem ein Wahlgang wiederholt werden musste. Der Grund: Wie schon 2013 hatte ein Kardinal versehentlich zwei Stimmzettel in die Urne gelegt.
Einen ganz besonderen Moment gab es laut dem Buch ganz am Ende: Als die letzten Stimmen ausgezählt wurden und klar war, dass Prevost die Mehrheit hinter sich hatte, bot ihm sein Sitznachbar, Kardinal Tagle, ein Hustenbonbon an – damit dieser seine Stimme vor seiner ersten Rede als Papst Leo XIV. beruhigen konnte.







