Ein Vater, der mächtig eigenwillig ist – eine ehemalige Vertraute, die unberechenbar wird: Christina Block (52) hat in diesen Tagen rund um den Prozess um Kindesentführung viel an Verlässlichkeit verloren, auf die sie bauen kann. Eugen Block schert sich wenig, ob sein Ratschlag von außerhalb des Landgerichtes Hamburg gefragt ist oder nicht. Richterinnen und Richter hat er genervt. Mindestens. Die Staatsanwaltschaft hat erneut ein Auge auf ihn geworfen und prüft die – von David B. behauptete – Verstrickung in die Vorbereitung zur Operation in Dänemark, wo seine Enkel Klara und Theo in der Silvesternacht 2023/2024 verschleppt wurden.

Und Christina Block sowie ihr Lebensgefährte Gerhard Delling und fünf weitere Angeklagte müssen eine Frau fürchten, die mittlerweile vor der Staatsanwaltschaft ausgesagt hat und das auch in Saal 237 zu tun gedenkt. Keren T. (Operationsname „Olga“) gilt zumindest als Helferin des mutmaßlichen Chef-Entführers David B. Ihr Zeugenauftritt dürfte einen Einfluss auf den Verlauf des Block-Prozesses haben. Wie glaubhaft ist die legendenumwobene Frau aus Israel?

Christina Block hat während des Prozesses in Hamburg an Verlässlichem verloren

Nun aber ist die Mixed Zone für Anwälte und Medienvertreter verwaist, ein Justizbeamter räumt die Absperrungen vor Saal 237 im Strafjustizgebäude beiseite: Keine Verhandlung an diesem Donnerstag im Prozess um Kindesentführung gegen Christina Block, Gerhard Delling und fünf Mitangeklagte. Gerichtssprecherin Marayke Frantzen bestätigt am Morgen: Wegen Krankheit eines oder einer Prozessbeteiligten fällt der Termin aus. Nähere Details gibt es nicht.