Da gab es wohl diesen Plan, der „Golden Ice #5“ hieß und mit dem die Kinder nach Deutschland gebracht werden sollten. Und der mögliche „Mastermind“ dahinter: David B. Der Israeli soll die beiden jüngsten Block-Kinder, damals zehn und 13 Jahre alt, aus Dänemark entführt und dafür ein „Spezialteam“ aus ehemaligen Mitgliedern israelischer Spezialeinheiten und der „Navy Seals“ zusammengestellt haben.
Die Mutter, Christina Block, soll den Auftrag dieser Entführung vom Wohnort ihres Ex-Mannes Stephan Hensel gegeben haben. So zumindest sieht es die Hamburger Staatsanwaltschaft im Fall Block. Die Hamburger Unternehmerin, die sich neben sechs weiteren Angeklagten in einem Prozess vor dem Landgericht verantworten muss, bestreitet die Vorwürfe. David B., der mutmaßliche Kidnapper, zeichnet in seiner Aussage vor Gericht ein anderes Bild – und belastet dabei Christina Block, ihren Vater Eugen Block sowie den angeklagten Familienanwalt Dr. C.
Prozess gegen Christina Block: „Jeder war sicher, dass wir die Kinder retten würden“
Schon bei einem ersten Treffen in einem Hamburger Edel-Italiener sei es darum gegangen, die Kinder schnell nach Deutschland zu holen, sagt David B. Bei diesem Essen soll auch der ehemalige Sportmoderator und Blocks Lebensgefährte Gerhard Delling dabei gewesen sein. Auch er muss sich in dem Verfahren auf der Anklagebank verantworten, bestreitet aber die Vorwürfe. Der Familienanwalt habe Druck gemacht, sagt David B., der laut eigener Aussage die ganze Zeit davon ausgegangen sei, die „Rückholaktion“ sei legal. In der vergangenen Woche hatte er als Zeuge vor Gericht erklärt: „Jeder war sicher, dass wir die Kinder retten würden und dass wir einer Mutter helfen in unglaublich schweren Zeiten.“ Wenn David B. über die Angeklagte spricht, nennt er die meiste Zeit ihren Vornamen. Bereits zuvor hatte er gesagt, dass er sie gut kenne.


