Sechs Monate sind vergangen, seit die 52-jährige Franka L. leblos auf einem Waldweg nahe San Godenzo in der Provinz Florenz aufgefunden wurde. Eine Spaziergängerin hatte die Leiche der Berlinerin entdeckt. Die italienischen Behörden waren zunächst von einem Unfall ausgegangen, schnell wurde jedoch klar: Die Verletzungen des Opfers deuteten auf Mord hin. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft haben nun zu einer überraschenden Wende in dem Fall geführt. Verdächtigt werden zwei Personen, die der Verstorbenen nahestanden.

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Tote Deutsche in Italien: Lebensgefährte und Freundin festgenommen

Die Staatsanwaltschaft von Florenz hat zwei Personen festgenommen. Dabei handelt es sich laut der Florentiner Tageszeitung „La Nazione“ um Emiliano M., den 52-jährigen italienischen Lebensgefährten des Opfers, und Simona H., eine 59-jährige deutsche Freundin des Opfers. Der Verdacht lautet auf vorsätzlichen Mord und Betrug. Die Ermittler vermuten, dass der Lebensgefährte den Plan zur Tötung der Frau entworfen und die Freundin des Opfers den Mord durchgeführt habe. Am Freitag sollen sie vom Ermittlungsrichter befragt werden.

Nach Annahme der Ermittler sollen die Verdächtigen Franka L. zunächst das Betäubungsmittel Benzodiazepin verabreicht haben. Dann soll die 52-Jährige zu dem Wanderweg gebracht und dort mit einem Schlag auf den Kopf getötet worden sein. Als Tatwaffe hatten die Ermittler einen Stein identifiziert, der in unmittelbarer Nähe des Fundorts entdeckt worden war. Die Autopsie bestätigte, dass schwere Kopfverletzungen zum Tod der Frau geführt hatten. Ein Sturz oder ein Zusammenstoß mit einem auf dem Weg vorbeifahrenden Fahrzeug, wie zunächst angenommen wurde, konnte ausgeschlossen werden.

Street cafe in small Italian town
In der italienischen Gemeinde San Godenzo wurde Franka L. im Sommer 2025 tot aufgefunden. © IMAGO/dreamstime | IMAGO stock

Tod in Italien: War Versicherungsbetrug das Motiv?

Zum Motiv gibt es erste Anhaltspunkte: Laut den Ermittlern sollen die beiden Verdächtigten die Tat organisiert haben, um Geld aus der Lebensversicherung zu kassieren, die das Opfer zugunsten ihres kleinen Sohnes und des Lebensgefährten abgeschlossen hatte. Das Kind war Berichten zufolge erst 2025 mithilfe einer Eizellenspende zur Welt gekommen. Die Versicherungssumme belaufe sich auf über drei Millionen Euro. Die beiden Beschuldigten sollen bereits versucht haben, an das Geld heranzukommen – offenbar mithilfe einer Komplizin, die ebenfalls angezeigt worden ist.

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Der Lebensgefährte hatte bei seiner Vernehmung kurz nach dem Auffinden der Leiche angegeben, sich zum Zeitpunkt des Todes von Franka L. in Vaglia aufgehalten zu haben, mehrere Kilometer vom Tatort entfernt. Dort lebte das Paar mit dem gemeinsamen Sohn. Die Tote hatte weder ein Mobiltelefon noch einen Ausweis bei sich. Anfangs war ein tödlicher Verkehrsunfall mit Fahrerflucht in Betracht gezogen worden, da sich in dem Gebiet eine Baustelle befand. Es folgten monatelange Ermittlungen. Die Behörden sicherten nicht nur Aufnahmen von Überwachungskameras und Mobilfunkdaten der Gegend. Die akribische Arbeit führte schließlich zur entscheidenden Wende.