Eine Luxusyacht ist dazu gemacht, die Menschen ins Träumen zu versetzen. Doch bei der weltweit größten Segel-Yacht „A“, die von den italienischen Behörden einem russischen Oligarchen zugeschrieben wird, hat es wohl eher etwas mit Alpträumen zu tun: Ihr Erhalt nämlich ist alles andere als eine billige Angelegenheit. Dessen wird sich die italienische Regierung jetzt immer deutlicher bewusst. Für die Wartung des Schiffs, das seit März 2022 im Golf von Triest vor Anker liegt, hat der italienische Staat bisher rund 30 Millionen Euro ausgeben müssen, berechnete die Triester Tageszeitung „Il Piccolo“.

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Die „Sailing Yacht A“ wurde im März 2022 nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs festgesetzt. Da sich das Schiff gerade in Triest in einem Dock befand, als der Krieg zwischen Russland und der Ukraine begann, wurde es von Italien konfisziert. Die Vermögenswerte russischer Oligarchen festzusetzen und sie instand zu halten, ist also gar nicht so einfach.
Luxus-Yacht in Italien: Immer wieder Streit um ursprünglichen Besitzer
Nach Ansicht der italienischen Behörden ist das Schiff dem belarussischen Oligarchen Andrej Melnichenko zuzurechnen, der als Putin-nah gilt. Seither versucht der ursprüngliche Besitzer, sein Eigentum wieder zu bekommen – bisher ohne Erfolg.
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Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) über einen Rechtsbehelf der Eigentümergesellschaft Valla Yachts ist nach Angaben aus Justizkreisen in den ersten Monaten des Jahres 2026 zu erwarten. Anders als eingefrorene Finanzvermögen russischer Herkunft soll das Schiff nach EU-Angaben nicht zu jenen Vermögenswerten gehören, die zur Finanzierung der Ukraine herangezogen werden könnten.
Bürgermeister zu Super-Schiff: Kosten seien nicht länger tragbar
Der Unterhalt des 143 Meter langen Schiffs, dessen höchster Mast größer ist als die amerikanische Freiheitsstatue, hat nach Angaben der italienischen Regierung einen Wert von mehr als 500 Millionen Euro. Doch das nütze wenig, weil sie nun flüssige Mittel für die Wartung bräuchten. Für die Instandhaltung der Super-Yacht braucht es beispielsweise 30 Beschäftigte. Das Schiff, so hoch wie ein achtstöckiger Palast, mit seinen Teakholzböden und einem Hubschrauberlandeplatz muss permanent gepflegt werden.
Und damit nicht genug. Hinzu kämen noch die Kosten für den Liegeplatz, für Wasser und Strom sowie erhebliche Versicherungsprämien. Bei fehlender Wartung würde der Wert einer solchen pompösen Yacht rasant sinken. Und so dümpelt die dreimastige Segel-Yacht weiter in der norditalienischen Hafenstadt vor sich hin.
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Der Bürgermeister von Triest, Roberto Dipiazza, ist besorgt. Die Kosten seien nicht länger tragbar, sagte er. Da die Gemeinde Triest mit den Kosten für den Unterhalt der Yacht nur wenig zu tun hat, macht Dipiazza eine Frage für die öffentliche Hand im Allgemeinen daraus. Selbst wenn die italienische Regierung die Anfechtung der Eigentumsverhältnisse vor Gericht gewinnen sollte, wären die Kosten für den weiteren Erhalt der Yacht enorm.
Luxus-Yacht: Der Besitzer pflegt einen opulenten Lebensstil
Laut Medienberichten bestreitet Melnichenko, Eigentümer der von Stardesigner Philippe Starck designten Yacht zu sein. Er erklärte, das futuristisch anmutende Schiff gehöre einem Trust mit unabhängigem Treu-händern. Nach Darstellung der italienischen und europäischen Behörden führt die Eigentümerkonstruktion jedoch letztlich zu Melnichenko und seiner Familie.
Formell gehört die Yacht einer auf den Bermudas registrierten Gesellschaft, der Valla Yachts, die das Vermögen in einen Trust eingebracht hat, der von einer Schweizer Gesellschaft verwaltet wird. Begünstigte des Trusts ist Melnichenkos Ehefrau Aleksandra, der der Oligarch zuvor sein umfangreiches Aktienpaket übertragen hatte. Die EU-Gerichte bestätigten im vergangenen März die Festsetzung des Schiffes und wiesen eine Klage Melnichenkos ab.

Valla Yachts hat daraufhin bei einem Verwaltungsgericht in Rom (TAR) eine neue Klage eingereicht. Das Verfahren wurde jedoch dem EuGH im Wege einer Vorabentscheidung vorgelegt. Die Verwaltung der Yacht liegt derzeit bei der italienischen staatlichen Vermögensagentur „Agenzia del Demanio“. Nach einem Ende des russischen Angriffskrieges in der Ukraine will Italien die bisher aufgewendeten Kosten für Wartung und Liegeplatz zurückfordern.
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Melnichenko gilt als ein Oligarch, der Wladimir Putin nahesteht. Ein Vermögen baute er sich laut Medienberichten als Eigentümer des russischen Düngemittelherstellers Eurochem sowie des Kohleenergieunternehmens Suek (Siberian Coal Energy Company) auf. Seine Karriere habe er in der russischen Finanzbranche gestartet, schon als Student soll er im Handel mit Devisen Geld verdient haben. Später sei er dann auf die Energie- und Chemieindustrie umgestiegen, in der seine Unternehmen laut „Forbes“ mehr als 100.000 Mitarbeiter beschäftigen.
Aufgefallen war Melnichenko auch durch seinen luxuriösen Lebensstil. Bei seiner Hochzeit an der Côte d‘Azur im Jahr 2005 mit einer ehemaligen serbischen Popsängerin soll er es richtig krachen gelassen haben. Zur Unterhaltung seien Stars wie Whitney Houston, Christina Aguilera und Julio Iglesias angeheuert worden.






