Wie die indische Polizei mitteilt, ist es Hackern gelungen, Videos aus einer Entbindungsklinik auf Telegram zu verkaufen. Über den Vorfall berichtet die britische Broadcasting Corporation (BBC). Das werfe ernsthafte Fragen hinsichtlich Datenschutz und Sicherheit in einem Land auf, in dem solche Kameras mittlerweile alltäglich sind.

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Bereits Anfang dieses Jahres sei die Polizei im westlichen Bundesstaat Gujarat von den Medien auf Videos auf YouTube aufmerksam gemacht worden, die in einer Entbindungsklinik einer Stadt gedreht worden waren. Einige davon zeigten schwangere Frauen, die sich medizinischen Untersuchungen unterzogen und Injektionen ins Gesäß erhielten.
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Die Videos enthielten einen Link, über den die Zuschauer zu Telegram-Kanälen weitergeleitet werden konnten, um dort längere Aufnahmen zu kaufen. Der Direktor des Krankenhauses erklärte gegenüber der BBC, dass die Kameras zur Sicherheit der Ärzte installiert worden seien. Der Sender nennt weder den Namen der Stadt noch den des Krankenhauses, um die Identität der Frauen in den Videos zu schützen. Keine von ihnen hat bei der Polizei Anzeige erstattet.
Hacker-Angriff in Indien: Aufnahmen aus 50.000 Überwachungskameras gestohlen
Laut BBC gibt die Polizei an, dass ihre Ermittlungen einen groß angelegten Cyberkriminalitätsring aufgedeckt habe, bei dem sensible Aufnahmen von mindestens 50.000 Überwachungskameras aus dem ganzen Land von Hackern gestohlen und im Internet verkauft wurden.
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Überwachungskameras sind in Indien mittlerweile allgegenwärtig, insbesondere in städtischen Gebieten. Sie sind in Einkaufszentren, Büros, Krankenhäusern, Schulen, privaten Wohnanlagen und sogar in Privathaushalten installiert. Man spricht auch von der Abkürzung CCTV. Das steht für Closed-Circuit Television, was die Videoüberwachung in geschlossenen Systemen bzw. Räumen meint.
Experten warnen, dass CCTV zwar die Sicherheit erhöht, aber schlecht installierte oder verwaltete Systeme die Privatsphäre gefährden können. In Indien werden Kameras oft von Mitarbeitern ohne Cybersicherheitsschulung bedient, und einige im Inland hergestellte Modelle sind Berichten zufolge leicht zu manipulieren.
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Indien: Immer wieder Probleme mit gehackten Videos
Der Vorfall an den Geburtskliniken ist nicht der erste dieser Art: 2018 gab ein Techniker aus Bengaluru an, dass seine Webcam gehackt worden sei und der Cyberkriminelle Geld dafür verlangt habe, seine privaten Videos nicht zu veröffentlichen. Im Jahr 2023 fand ein YouTuber angeblich heraus, dass seine Heimüberwachungskamera gehackt worden war, nachdem private Videos viral gegangen waren.
Im vergangenen Jahr forderte die indische Regierung die Bundesstaaten auf, keine CCTV-Kameras von Anbietern mit einer Vorgeschichte von Sicherheits- und Datenverstößen zu beschaffen, und führte neue Vorschriften zur Verbesserung der Cybersicherheit von CCTV-Kameras ein. Dennoch kommt es weiterhin zu Hacker-Angriffen wie den nun bekannt gewordenen.
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