Der Prozess um Kindesentführung gegen Christina Block, ihren Lebenspartner Gerhard Delling und fünf weitere Angeklagte vor dem Landgericht Hamburg geht am Mittwoch mit neuen Vorzeichen weiter. Und er wurde mehrfach wegen Anträgen und Wortgefechten von Block-Anwalt Ingo Bott mit der Vorsitzenden Richterin unterbrochen.
Nachdem die Kammer um die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt beschlossen hatte, eine „richterliche Beschlagnahme von IT-Asservaten und weiteren Gegenständen“ anzuordnen, ist klar: Das App-Tagebuch von Christina Block auf ihrem Handy mit ihren intimen Gedanken und Überlegungen sowie bei Durchsuchungen beschlagnahmte mobile Geräte wie Tablets und Laptops und die Kommunikation mit weiteren Angeklagten oder Zeugen darauf dürfen als Beweismittel verwendet werden.
Gleichzeitig erhob der Anwalt von Nebenkläger, Ex-Mann und Gewaltopfer Stephan Hensel, Philip von der Meden, im Hamburger Abendblatt Vorwürfe gegen die Familie Block. Sie habe den Sorgerechtsstreit unter anderem durch das Beauftragen von Sicherheitsfirmen und (gescheiterte) Kinder-Rückholaktionen aus Dänemark eskaliert. Von der Meden sagte: Dabei habe die Familie eine Drohkulisse aufgebaut, die durch deren Kontakte zu hochrangigen Sicherheits-Experten verstärkt worden sei.


