Auch Monate nach dem Tod von Ex-Biathlon-Star Laura Dahlmeier löst das tragische Ereignis immer noch Bestürzung aus. Die Olympiasiegerin war am 28. Juli im Karakorum-Gebirge in Pakistan mit ihrer Seilpartnerin Marina Krauss am Berg Laila Peak in 5700 Meter Höhe unterwegs. Ein Steinschlag traf die damals 31-Jährige. Krauss musste Dahlmeier trotz mehrfacher Rettungsversuche am Berg zurücklassen – weitere Versuche, ihren Leichnam zu bergen, endeten erfolglos.

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Einer derjenigen, die alles daran setzten, zu ihr vorzudringen, war Bergsteiger Thomas Huber, ein langjähriger Freund Dahlmeiers. Rund vier Monate nach dem tödlichen Unglück schildert er in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“, wie er die dramatischen Stunden erlebte.
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Laura Dahlmeier: Thomas Huber wollte sie „sicher vom Berg bringen“
Dahlmeier und Huber kannten sich über das Bergsteigen, waren befreundet. Das habe aber keine Rolle dabei gespielt, ihr in diesem Notfall zu helfen, so Huber. „Es ist ein ungeschriebenes Gesetz in unserer Kletter- und Bergsteigercommunity, dass man anderen hilft, wenn sie in Not geraten sind, egal, ob man sie kennt oder nicht. Dabei werden die eigenen Ziele hintangestellt, und der ganze Fokus liegt auf der Rettung. Für uns war sofort klar, dass wir alles tun werden, um Laura sicher vom Berg zu bringen.“

Vormittags um 10 Uhr habe er die Nachricht vom Bergunfall erhalten. Der Expeditionsveranstalter habe ihm mitgeteilt, dass Dahlmeier schwer verletzt sei und versucht werde, ihre Rettung mit Hubschraubern zu organisieren. Mit einem Rettungshubschrauber flogen Huber und drei erfahrene US-Bergsteiger am 29. Juli zur Stelle, an der Dahlmeier vom Steinschlag getroffen worden war. Dort haben sie Dahlmeiers Kletterpartnerin lokalisieren können, die sicher zum Lager 1 abgestiegen war. „Nach weiteren Umrundungsflügen haben wir ziemlich schnell erkennen müssen, dass für Laura jede Hilfe zu spät kam“, so Huber zur „Süddeutschen Zeitung“.
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„Dann konnte ich endlich weinen“
Eine Bergung des Leichnams sei aufgrund steigender Temperaturen und der Bedingungen am Berg zu gefährlich gewesen. „Und als wir Lauras letzten Willen übermittelt bekommen hatten, war uns klar: Es ist auch ihr Wunsch, dass sie nicht geborgen werden will, wenn das Risiko zu hoch ist.“
Huber habe nach dem Rettungsversuch zunächst nur funktioniert. „Wenn man jemanden sieht, aus dem das Leben gewichen ist, dann baut dieser Schockmoment eine Mauer auf, und man ist sich der gesamten Tragweite zunächst nicht bewusst.“ Erst später, in einem stillen Moment, habe der 58-Jährige die Trauer um Laura Dahlmeier zulassen können.
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Leichnam bei erneutem Bergungsversuch nicht auffindbar
„Wir sind zurück in unser Basislager, von dort bin ich allein ins ABC-Lager aufgestiegen und habe mich auf einen Stein gesetzt. Dann konnte ich endlich weinen und mich von einem guten Freund, wie Laura einer war, verabschieden“, so Huber. „Ich habe die Stille gebraucht. Die Tränen kommen dann, wenn man alle Verantwortung wieder abgegeben hat. In diesem Moment konnte ich loslassen und sagen: So, jetzt geht die Expedition los.“
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Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass Dahlmeiers Leichnam am Berg nicht mehr auffindbar sei und am Berg verbleiben werde. Huber erzählt dazu im „SZ“-Interview, dass er auf Wunsch von Dahlmeiers Eltern einen erneuten Bergungsversuch gemeinsam mit seinem Kletterpartner Tad McCrea im September unternommen habe. „Wir haben aber nichts mehr gefunden, und so wird Laura am Berg wohl für immer ihre letzte Ruhe finden. Hätten wir sie gefunden, hätten wir sie auch geborgen.“
pvt/FMG







