In Äthiopien haben Archäologen Überreste von zwei unterschiedlichen Arten menschlicher Vorfahren entdeckt, die vor rund 2,6 bis 2,8 Millionen Jahren nebeneinander lebten. Die Funde könnten sogar auf eine bislang unbekannte Art hinweisen.

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Die Entdeckungen stammen aus dem Afar-Gebiet im Nordosten Äthiopiens, einem der bedeutendsten Fundorte für die Erforschung der menschlichen Evolution. Zehn der Zähne gehören zur Gattung Australopithecus, einer frühen Menschenverwandten, drei weitere zur Gattung Homo, zu der auch der moderne Mensch gehört. Bisher ging man davon aus, dass Homo erst nach den Australopithecinen auftauchte. Die neuen Funde zeigen nun, dass beide Arten gleichzeitig lebten. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachjournal Nature veröffentlicht.
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Entdeckte Zähne deuten auf eine unbekannte Art hin
Australopithecus lief bereits aufrecht, hatte aber ein vergleichsweise kleines Gehirn, ähnlich dem von Menschenaffen. Homo, mit größeren Gehirnen, gilt oft als „Fortschritt“ in der Evolution. Doch die Koexistenz zeigt: Die Evolution verlief nicht geradlinig von Affe zu Mensch.
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Australopithecus ist vor allem durch die berühmte „Lucy“-Fossilie bekannt, die 1974 in Äthiopien gefunden wurde. Lucy war klein, hatte ein affenähnliches Gesicht und ein Gehirn etwa ein Drittel der Größe eines heutigen Menschen. Die neuen Zähne unterscheiden sich allerdings von denen Lucys und deuten auf eine bisher unbekannte Australopithecus-Art hin, die nach Lucy lebte und mit frühen Homo-Arten zusammentraf.
Schwierige Suche nach den kleinen Zähnen
Die Suche nach den kleinen Zähnen war mühsam: „Sie sehen aus wie kleine Kieselsteine in der Landschaft“, sagt Christopher Campisano, Mitautor der Studie, in einem Video. Unterstützung erhielten die Forscher von erfahrenen Einheimischen, die das Terrain wie ihre Westentasche kennen.
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Das Afar-Gebiet ist geologisch besonders aktiv: Tektonische Verschiebungen und Vulkanausbrüche haben alte Erdschichten freigelegt, in denen Fossilien und Steinwerkzeuge erhalten blieben. Mithilfe von Mineralen wie Feldspat können Forscher genau datieren, wann diese Schichten entstanden. Die Australopithecus-Zähne sind etwa 2,63 Millionen Jahre alt, die Homo-Funde reichen von 2,59 bis 2,78 Millionen Jahren.








