In Fort Collins, Colorado, tauchen immer öfter auffällig deformierte Wildkaninchen auf: Schwarze, stachel- und tentakelartige Wucherungen an ihren Köpfen, oft um Maul und Augen herum. Die Anwohner nennen sie „Frankenstein-Kaninchen“ – Forschende sprechen von einer Infektion mit dem Baumwollschwanz-Papillomavirus (CRPV), auch Shope-Papillomavirus genannt.

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Das Virus, das vor allem Baumwollschwanzkaninchen im Mittleren Westen befällt, wird hauptsächlich durch Mücken und Zecken übertragen. Ein Stich oder Biss reicht, um zunächst kleine rote Erhebungen zu verursachen, die später zu harten, keratinisierten Tumoren wachsen. In einigen Fällen entstehen daraus horn- oder tentakelartige Auswüchse, in schweren Fällen auch bösartige Hauttumoren, die lebensgefährlich sein können.

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Kaninchen-Virus: Wucherungen können das Sehen beeinträchtigen

In Fort Collins berichtete die Bewohnerin Susan Mansfield dem Nachrichtenmedium 9News von einem Kaninchen, das sie über zwei Jahre immer wieder sah – jedes Mal mit größeren schwarzen Stacheln um das Maul. „Ich dachte, es würde den Winter nicht überstehen, aber es kam zurück – und die Wucherungen waren gewachsen“, erzählt sie.

Für Menschen und Haustiere gilt das Virus laut Colorado Parks and Wildlife als ungefährlich, dennoch wird dringend geraten, den Tieren fernzubleiben und keine Hilfeversuche zu unternehmen. Denn die Wucherungen können bei den Tieren das Sehen, Hören und Fressen stark beeinträchtigen. Manche Kaninchen verhungern, weil sie mit den deformierten Mäulern keine Nahrung aufnehmen können.

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Virus bei Kaninchen: Auch Hauskaninchen können infiziert werden

Hauskaninchen können ebenfalls infiziert werden, wenn sie ungeschützt Mücken und Zecken ausgesetzt sind. Tierärzte raten deshalb zu Schutzmaßnahmen gegen Insekten und können Tumoren bei Bedarf chirurgisch entfernen, um ein Fortschreiten zu verhindern.

Monstres et creatures fantastiques, cryptozoologie : representation d'un Jackalope, animal legendaire mi lievre mi antilope (mythical animal a jackrabbit with antelope horns) - Dessin d'Alessandro Lonati, 2012 ©Alessandro Lonati/Leemage
Die Jackalope, auch Hasenbock genannt, ist ein im Westen der USA populäres Fabeltier, ein Hase mit dem Horn eines Gabelbockes.© picture alliance / Alessandro Lonati/Leemage | ©Alessandro Lonati/Leemage

Das auffällige Erscheinungsbild dieser Tiere könnte eine jahrhundertealte Legende befeuert haben: die vom „Jackalope“, einem Kaninchen mit Antilopengeweih. Schon in wissenschaftlichen Büchern des 18. Jahrhunderts finden sich Abbildungen von „gehörnten“ Kaninchen – möglicherweise ebenfalls Opfer des Papillomavirus.