In den Sozialen Medien ist ein Video viral gegangen, das angeblich zeigt, wie die Meerestiertrainerin Jessica Radcliffe von einem Orca getötet wird. Der Clip, der sich in verschiedenen Versionen rasend schnell auf Plattformen wie TikTok und Facebook verbreitet hat, zeigt scheinbar, wie die junge Frau während einer Live-Vorführung in einem Meerespark von dem Wal grausam angegriffen wird. Es ist ein mit Blut verschmierter Orca zu sehen, menschliche Arme hängen aus seinem Maul. Natürlich hatte dieser angebliche Vorfall viel Bestürzung auf den sozialen Plattformen ausgelöst.

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Jetzt berichtet „International Business Time“, dass eine Faktenprüfung jedoch ergeben hat, dass der tödliche Angriff frei erfunden ist: Nach Aussage von Experten handelt es sich bei dem Clip um eine KI-generierte Fälschung. Es gibt weder offizielle Aufzeichnungen noch Nachrichtenberichte oder vertrauenswürdige Quellen, die belegen, dass Jessica Radcliffe (angeblich 23 Jahre alt) überhaupt jemals existiert hat. Auch gibt es nirgendwo Quellen, die von solch einem Orca-Angriff berichten. Im Video wird außerdem nicht deutlich, wo der Meerespark „Pacific Blue Marine Park“ sein soll, in dem der Vorfall angeblich stattgefunden haben soll.

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Ein Video zeigt einen tödlichen Angriff eines Orcas auf Meerestiertrainerin Jessica Radcliffe. Doch Experten entlarven das Video als KI-generierte Fälschung. © dpa | dpa

Jessica Radcliffe: Fake-Video um tödlichen Orca-Angriff verbreitet sich rasant

In einigen der Videos wird gesagt, dass Menstruationsblut im Wasser den Orca provoziert haben soll. Nach Aussage von „The Star“ ist dies ein Detail ohne wissenschaftliche Grundlage. Solche Ausschmücken seien nach Aussage der Experten in erfundenen Geschichten üblich, weil sie die emotionale Wirkung verstärken und die Menschen dazu animieren, solche Clips zu teilen.

Bei der Analyse des Videos stellten die Experten fest, dass die Stimmen künstlich erzeugt und mit Archivmaterial zusammengeschnitten wurden. Die Falschmeldung scheint auf wahren Vorfällen mit Orcas und ihren Trainern zu basieren: 2010 starb die SeaWorld-Trainerin Dawn Brancheau nach einer Begegnung mit einem Orca in Florida; 2009 wurde der spanische Trainer Alexis Martínez in einem Meerespark auf Teneriffa von einem Orca getötet. Über beide Vorfälle wurde ausführlich berichtet.

Fehlinformationen verbreiten sich schnell übers Netz

Orcas, auch bekannt als Killerwale, sind die größten Vertreter der Delfinfamilie. Sie zählen zu den hochintelligenten und sozialen Raubtiere, die in den Ozeanen der ganzen Welt vorkommen.

Der Fall zeigt, wie schnell sich Fehlinformationen online verbreiten können und wie schwierig es ist, sie zu korrigieren, wenn sie einmal viral gegangen sind.

sh