Wo, bitte, steckt der Prinz? Ein bisschen rieb man sich kürzlich die Augen und fragte sich: Margrethe? Was war passiert, dass Dänemarks Altkönigin wieder den Thron übernehmen musste? Vor anderthalb Jahren hatte die 85-Jährige doch die Geschäfte geregelt: Krone abgegeben und für Ersatz gesorgt. Sohn Frederik (57) wurde König. Und weil ein König viel zu tun hat, wurde auch hier ein Vertretungsplan erstellt. Ist der König nicht daheim, soll sein ältester Sohn, Kronprinz Christian (19), den Job übernehmen. Doch jetzt musste Margrethe einspringen. Wo aber ist dieser junge Mann geblieben, fragen sich mittlerweile viele im Volk.

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Laut Medienberichten macht er sich auf offiziellen Anlässen dünne, was das Eine ist. Das Andere aber ist, dass er dafür in einer Rolle in Erscheinung tritt, die Dänemark noch gefehlt hat – der Thronfolger macht negative Schlagzeilen. Der Prinz hat sich, so scheint es, einen Image-Knacks eingefangen. Die Details dazu sind süffig.

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Dänemarks Prinz Christian schneidet im Royal-Ranking schlecht ab

Christian ist keiner, den die Dänen wirklich mögen. In einer Meinungsumfrage für „TV2“ sollten sie Ende 2024 erklären, wen sie für den besten Repräsentanten ihres Landes halten. Der klare Sieger? König Frederik, der phänomenale 49 Prozent der Stimmen abräumte. Margrethe lag nur bei 17 Prozent. Aber was am meisten schockierte, war: Auf dem letzten Platz des Rankings fand sich Christian wieder. Wie soll sich so ein junger Typ denn schon seine Lorbeeren verdient haben, werden manche denken und solche Umfragen einfach ignorieren. Aber andere fragen sich auch, ob so ein Unbeliebter überhaupt reif für den Thronfolger-Posten ist.

Wer so wenig hofiert wird, sieht sich vielleicht auch nicht in der Pflicht. Als Frederik diesen Sommer begeistert in London beim Tennisturnier von Wimbledon gesichtet wurde, führte statt Christian seine Oma die Geschäfte. Auch beim familiären Schlossfest in Südjutland: Fehlanzeige. Vielleicht musste der Prinz aufgrund von Verpflichtungen kurzfristig absagen, wurde in den Medien spekuliert. Vielleicht hat er ja wichtige Übungen beim Militär zu absolvieren. Schließlich hatte er im Februar im Garde-Husaren-Regiment in Slagelse seine Ausbildung begonnen. Und jetzt soll sich noch das Upgrade zum Leutnant anschließen.

Plichtbewusstsein vs. Feierlaune: Prinz fällt mit Party-Fotos auf

Was hat man denn nun eigentlich gegen den jungen Mann? Der Palast zeigt ihn jedenfalls als anpackenden Typen. Zum Beispiel auf Fotos von seinem Aufenthalt von September bis Dezember 2024 in Afrika, wo er in der Landwirtschaft half. Auch er selbst gab auf Instagram Einblicke in sein Leben dort. „Das Essen, die Kultur, das Klima, die Tierwelt, die Aufgaben und die Menschen machen es zu einem Erlebnis, das ich nie vergessen werde“, schrieb der Prinz. Auf einem Youtube-Video mit dem Titel „Christian von Dänemark – Zwischen harter Arbeit und wilden Löwen: Sein Leben in Ostafrika“ watet er im Schlamm umher. „Hier sieht man, wie Christian beim Hausbau hilft“, heißt es.

HM Queen Margrethe turns 85 in Fredensborg, Denmark - 16 Apr 2025
Die royale Familie beim Geburtstagsfest: König Frederik (links) und Königin Mary (rechts) nehmen zusammen mit Kronprinz Christian (Mitte) an der Feier teil. Königin Margrethe (unten links) wurde am 16. April 85 Jahre alt.© picture alliance / Sipa USA | SOPA Images

Den bunten Magazinen aber stachen andere Szenen ins Auge. Zum Beispiel die, in der er in vollen Zügen den Sommer genoss. Gut, er ist ein junger Mann von 19 Jahren. Doch Christian Valdemar Henri John, Seine Königliche Hoheit der Kronprinz, Prinz von Dänemark, Graf von Monpezat kann natürlich nicht machen, was er will. Wer an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen auf einem Festival gesichtet wird, der hat schnell den Titel „König der Nacht“ weg.

Schon im vergangenen Jahr kursierten Bilder von Festivalbesuchen, der Prinz mit Bier in der Hand, herumblödelnd mit Begleiterinnen im Arm. „Vom kleinen Prinzen zum Womanizer“, so beschrieb der Boulevard den Werdegang in aller Kürze. Den Party-Stempel hatte der junge Mann schon seit Oktober 2023 weg, als er 18 wurde, und er es sich nehmen ließ, die Feste zu feiern, wie sie fallen. Zum Beispiel zum bestandenen Abi mit reichlich Champagnerduschen.

Auch Dänemarks König Frederik war einst als Partyprinz bekannt

Und schon hyperventilieren die Kritiker. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Wie der Vater so der Sohn, solche Sätze kratzen weiter am Bild des oft so schüchtern wirkenden jungen Mannes. Ja, der Vater: Frederik und die Partys – diese Geschichten über den heutigen König sind so alt, dass sie fast einen Bart haben. Auch er galt in den 1990er-Jahren als typischer Partyprinz, der bekannt dafür war, sich gerne in Kopenhagener Clubs zu zeigen. Seine heutige Frau, Königin Mary, lernte er angeblich auf einer ausgelassenen Feier kennen.

Denmark Royals
Dänemarks Kronprinz Christian (links) vor der Antvorskov Kaserne in Slagelse, wo er seinen Militärdienst antrat.© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Mads Claus Rasmussen

Als späterer Thronfolger allerdings hat Frederik dann jedoch auf bodenständig gemacht, vor allem bei der Erziehung seiner vier Kinder, wie auch auf der royalen Website nachzulesen ist. Genau wie auch später seine Geschwister – Prinzessin Isabella (18) und die 14-jährigen Zwillingen Prinz Vincent und Prinzessin Josephine – schickten sie Christian zunächst auf eine öffentliche Schule. Allerdings wechselte er dann nach der neunten Klasse auf ein Elite-Internat.

Prinz Christians Zukunftspläne: Militär gibt ihm Zusammenhalt

Was will der royale Spross denn nur in Zukunft tun? Vielleicht studieren, wie Papa und Mama? Das lässt Christian noch ein wenig offen. Erstmal steht eine weitere Zeit beim Militär an. Nach der Ausbildung zum Leutnant geht es weiter. „Danach schließt sich eine praktische Dienstzeit als Zugführer an“, so gab der Palast bekannt.

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Dass er sich bei der Armee wohlfühlt, daran besteht kein Zweifel. In einem etwa sechs Minuten langen Video, das der Palast mit dem Titel „Seine Königliche Hoheit der Kronprinz auf einer REX-Tour“ im Mai, auf seinem YouTube-Account veröffentlichte, zeigt er, dass er was aushalten kann. Von wegen mit goldenem Löffel im Mund geboren.

Nein, er kann mit reichlich Gepäck auf dem Rücken kilometerlang durch karge Landschaften marschieren. Essen und trinken, Nebensache. Und Schlaf, einfach überschätzt. Das Größte für ihn aber war der Zusammenhalt. „Man merkt, dass es einen näher zusammenbringt, wenn man Teil dessen ist, was wir tun“, sagte er nach der Übung. Sehnsucht nach royalen Amtsgeschäften spricht da noch nicht heraus.