Im September wird Schauspielerin Lisa Maria Potthoff wieder als Susi in einem neuen Eberhofer-Film vor der Kamera stehen. Ihre Fans müssen sich inzwischen mit der TV-Ausstrahlung von „Rehragout-Rendezvous“ (ARD-Mediathek) trösten. Im Interview spricht die Schauspielerin über die „Eberhofer“-Filme, die Schauspiel-Ambitionen ihrer beiden Töchter und wann es vielleicht einmal vorbei sein wird mit ihrer Rolle als Susi.

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„Rehragout-Rendezvous“ kam vor zwei Jahren in die Kinos. Können Sie sich noch an die Handlung erinnern?

Lisa Maria Potthoff: Mit so einer Frage bringen Sie mich zur Verzweiflung. Ich bin überhaupt nicht gut darin, die Handlung meiner Projekte zu rekapitulieren. Gleich nach dem Dreh vergesse ich auch meine Texte.

Lisa Maria Potthoff über Eberhofer-Filme: „Bedeutet mir viel“

Wollen wir trotzdem über den Film sprechen? Er wird jetzt im Fernsehen gezeigt.

Potthoff: Über die Eberhofer-Filme spreche ich immer gerne. Und ich freue mich, dass wir damit breiten Bevölkerungsschichten eine angenehme Zeit bereiten – was in der heutigen politischen Lage auch eine wichtige Funktion erfüllt. Es bedeutet mir etwas, dass wir den Menschen etwas geben können.

Sie haben zwei Töchter im Alter von 10 und 16 Jahren. Welchen Bezug haben die zu den Eberhofer-Filmen?

Potthoff: Keinen großen. Ich habe sie lange davon ferngehalten, weil ich es absurd fand, zu sagen: „Komm, wir schauen jetzt einen meiner Filme.“ Einmal haben wir einen im Kino gesehen. Ich glaube, sie fanden ihn ganz cool, auch wenn es für Kinder immer schwer ist, zu abstrahieren, was ich mache. Mit „Sarah Kohr“ können sie aber noch mehr anfangen. Vor allem, weil die Jungs in der Schule mitbekommen, dass ich da Kampfszenen habe, und das zieht bei den Pubertierenden. Vermutlich hätten sie größere Probleme, wenn ich Verwaltungsfachangestellte wäre, denn Schauspielerin ist da ein bisschen spannender.

So gesehen könnte man vermuten, dass Ihre Töchter in Ihre Fußstapfen treten möchten.

Potthoff: Ich musste das Bild dieses Berufs schon ein bisschen bei ihnen geradezurren. Dieses Hübsche-Kleider-Tragen und roter Teppich machen zehn Prozent des Berufes aus. Die anderen 90 Prozent sind am Set stehen bei Regen, Kälte und Hitze, spät nachts Text lernen, Stress. Es ist de facto nicht so, wie eine Zehn- und eine 16-Jährige denken.

Potthoff über Schauspielerei: „Dieser Beruf ist alles andere als einfach“

Das heißt, es gibt keine Schauspielambitionen mehr?

Potthoff: Die kommen immer wieder mal auf, weil beide Freude am Spiel haben, es ist nur nicht zwingend. Aber sie haben Talent. Wenn sie mal in einer Schultheatergruppe aufgetreten sind, fand ich das ganz schön gut. Aber die Frage ist, ob man diesen Beruf ergreifen möchte, denn er ist eben alles andere als einfach. Sicherheit oder Struktur gibt es da nicht.

TV-Ausblick ARD - «Rehragout-Rendezvous»
Lisa Maria Pothoff spielt die Rolle der Susi in den beliebten Eberhofer-Krimis.© picture alliance/dpa/BR/Constantin Film Verleih GmbH/ARD Degeto | Bernd Schuller

In „Rehragout-Rendezvous“ kann sich Ihre Figur in einem anderen Beruf versuchen – und zwar als Bürgermeisterin. Wäre das eine Alternative für Sie?

Potthoff: Nicht wirklich. Ich habe von Bürgermeisterinnen gelesen, die nicht mehr antreten wollen, weil sie aufgrund der Umstände nicht mehr gut arbeiten können. Durch die ganzen Sparmaßnahmen ist eine derartige Schieflage entstanden. Es gibt viele ambitionierte Lokalpolitiker, die etwas für ihre Gemeinden zu machen versuchen, aber einfach nur Streichungen und Schließungen vornehmen müssen. Dabei wäre zum Beispiel Geld für die Bildung unserer Kinder so wichtig. Schließlich sind die unsere Zukunft.

Als Bürgermeisterin muss man auch allgemein Führungsqualitäten besitzen. Haben Sie die?

Potthoff: Ich bin von meinen Eltern so erzogen worden, dass ich in einer Runde von Entscheidungsträgern meine Meinung sagen kann. Da bin ich angstfrei. Aber ich würde ungerne an so vielen Fronten kämpfen müssen wie das Regisseure tun. So gesehen bin ich froh, dass ich nicht so eine Führungsposition habe. Lieber konzentriere ich mich auf meine Rolle. Aber wenn ich Hauptdarstellerin wie zum Beispiel bei „Sarah Kohr“ bin, dann versuche ich für ein gutes Arbeitsklima zu sorgen.

Eberhofer-Filme: Wie lange wird Potthoff die Susi noch spielen?

Ein Aspekt des Arbeitslebens ist ja auch die Aufteilung der familiären Aufgaben zwischen beiden Partnern. Wie läuft das bei Ihnen?

Potthoff: Das hat immer gut funktioniert. Der Vater meiner Kinder ist super engagiert und stellt sich allen Herausforderungen.

Theoretisch könnte es sein, dass Sie für Ihre Töchter mehr Zeit haben, wenn es mit den Eberhofer-Filmen einmal vorbei ist. Haben Sie sich mit diesem Ende schon mal geistig beschäftigt?

Potthoff: Diese Möglichkeit gab es immer. Wir haben schon immer nur Film für Film unterschrieben, also nicht für mehrere gleichzeitig. Als wir dann immer erfolgreicher wurden, hieß es: „Ihr werdet ja nicht aufhören.“ Aber Regie und Produktion haben nur von Film zu Film gedacht. Das war allen sehr wichtig. Denn wir wollten qualitativ nicht nachlassen. Es ist nicht so einfach, aus jedem Roman einen Film zu machen. Wenn wir nach einem Dreh auseinander gegangen sind, wussten wir, dass wir uns vielleicht wieder begegnen, aber sicher war es nie.

Und wenn es dann eines Tages vorbei ist, was für Gefühle wird das auslösen?

Potthoff: Natürlich wird da Wehmut mit dabei sein, weil es zehn Jahre oder mehr meines Lebens sein werden, die ich dann diese Figur gewidmet habe. Es wird nicht leicht sein, aber ich werde es hinkriegen. Irgendwann muss man zu jeder Rolle Tschüss sagen.