Der US-Kongress rollt den Epstein-Skandal neu auf und ruft dafür auch zwei der bekanntesten Namen der amerikanischen Politik auf den Plan. Laut einer Mitteilung des republikanisch geführten Kontrollausschusses sollen Hillary Clinton am 9. Oktober und ihr Ehemann, der frühere US-Präsident Bill Clinton, am 14. Oktober vor dem Gremium erscheinen.

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Seine Hauptvorwürfe richtete der Ausschussvorsitzende Comer an Bill Clinton, der von 1993 bis 2001 Präsident war. In einem Brief Comers an Clinton hieß es, dieser sei nach eigener Aussage 2002 und 2003 viermal mit dem Privatflugzeug von Jeffrey Epstein geflogen. „Während einer dieser Reisen wurden Sie sogar dabei fotografiert, wie Sie eine ‚Massage‘ von einem der Opfer von Herrn Epstein erhielten“, betonte Comer. Zudem gebe es Behauptungen, dass Clinton die Zeitschrift „Vanity Fair“ unter Druck gesetzt habe, keinen Bericht über Epsteins Vergehen zu veröffentlichen.

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Ein Sprecher des ehemaligen Präsidenten hatte bereits 2019 erklärt, Clinton habe Epstein seit Jahren nicht mehr getroffen und nichts von dessen Verbrechen gewusst.

Der brisante Epstein-Fall: Weitere hochrangige Zeugen geladen

Neben den Clintons hat der Ausschuss auch mehrere frühere FBI-Direktoren sowie ehemalige Justizminister vorgeladen, darunter Robert Mueller, James Comey und Merrick Garland. Die Anhörungen sollen nach US-Medienberichten nicht öffentlich stattfinden. Zudem wurde Justizministerin Pam Bondi aufgefordert, bis zum 19. August Ermittlungsunterlagen freizugeben, soweit gerichtliche Freigaben dies zulassen.

Die republikanische Mehrheit im Ausschuss verfolgt mit der Initiative nach eigenen Angaben das Ziel, die Aufarbeitung des Epstein-Komplexes voranzutreiben. Epstein hatte über Jahre hinweg Minderjährige sexuell missbraucht und war im Sommer 2019 unter mysteriösen Umständen tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden. Seine Vertraute Ghislaine Maxwell wurde 2022 wegen ihrer Beteiligung an dem Missbrauchsnetzwerk zu 20 Jahren Haft verurteilt.

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In Epsteins Geburtstagsalbum: Glückwünsche von Clinton und Trump

Auch Donald Trump gerät im Zuge der erneuten Ermittlungen unter Druck. Er hatte in der Vergangenheit angekündigt, sämtliche Epstein-Akten offenzulegen. Eine zentrale Forderung seiner Anhänger, bislang aber ohne konkrete Umsetzung. Im Gegenteil: Zuletzt ließ das Justizministerium unter Trump verlauten, es werde keine weiteren Epstein-Dokumente veröffentlichen.

Pikanterweise befinden sich Medienberichten zufolge in einem Geburtstagsalbum Epsteins ein Glückwunschschreiben des US-Präsidenten. Ebenso wie eines von Bill Clinton.

Mehr zum Fall Epstein

Epstein-Komplizin Maxwell blockiert Veröffentlichung von Prozessakten

Parallel zu den Vorgängen im Repräsentantenhaus verweigert Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell die Freigabe von Protokollen aus ihren Prozessen. Die US-Regierung hatte entsprechende Anträge gestellt, um weitere Erkenntnisse zu möglichen Mitwissern oder Mittätern zu gewinnen. Maxwells Anwälte argumentieren, eine Veröffentlichung könne eine Neuaufnahme des Verfahrens gefährden.

ef/afp