Pfarrer Giuseppe Fusari ist Italiens „Bodybuilder-Priester“. Auf seinem Instagram-Profil zeigt der 57-Jährige aus der Diözese Bresciagern seine Muskeln und Tätowierungen – und schafft es dabei, Glauben und Irdisches miteinander zu verbinden. Zehntausende Fans schauen ihm auf Tiktok und Instagram zu.

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Und Fusari ist nicht der einzige, dem das gelingt: Immer mehr Priester nutzen die sozialen Netzwerke, um ihren Gläubigen die katholische Lehre näherzubringen. Einige von ihnen zählen Millionen Follower, erhalten Tausende Nachrichten täglich und treten in TV-Programmen auf. Nun erhalten sie für ihren Einsatz auch Anerkennung vom Vatikan – und werden am 28. und 29. Juli in Rom im Rahmen des Jubiläums der „digitalen Missionare“ gefeiert.

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Das Jubiläum der digitalen Missionare und katholischen Influencer ist Teil des Heiligen Jahres 2025 und richtet sich an alle, die im digitalen Raum evangelisieren – sei es über soziale Medien, Blogs, Kanäle oder Apps. Ziel des Treffens ist es, die Priester zu würdigen, weiterzubilden und zu inspirieren, heißt es aus dem Vatikan. Unter Papst Leo XIV. hat man ganz offenbar eingesehen: Soziale Netzwerke können insbesondere ein junges Publikum für den Glauben begeistern. Während Kirchen und Pfarreien oft trostlos leer sind, wächst die Popularität der Influencer-Priester im Internet. Sie sind inzwischen die neuen Gesichter der Kirche.

Tausende Follower auf Instagram: Italiens Priester werden zu Influencern

„Bis vor ein paar Jahren wurden wir im Vatikan noch mit großer Skepsis betrachtet, doch jetzt hat sich einiges geändert“, stellt Cosimo Schena, Pfarrer der Gemeinde San Francesco in der süditalienischen Diözese Brindisi, gegenüber der Tageszeitung „Corriere della Sera“ fest. Der 46-jährige Psychologe ist längst Social-Media-Star, nicht zuletzt durch sein Buch „Dio è il mio coach“ („Gott ist mein Coach“). Heute zählt er allein auf Instagram über eine halbe Million Follower.

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„Die Zahl der Menschen, die in meine Kirche kommen, hat sich verdoppelt – nicht nur durch die Einheimischen, sondern auch durch Gläubige, die aus anderen Städten Italiens anreisen, um meine Predigt zu hören oder zu beichten“, berichtet der Pater stolz. Cosimo Schena erhält täglich bis zu tausend Mails und Botschaften. „Ich versuche, allen zu antworten“, sagt er. Social Media bringe Menschen dem Glauben näher. „Auch Atheisten schreiben mir. Sie bitten um Rat, Hilfe, Inspiration. Manche suchen einfach nur einen ersten Zugang zur Spiritualität. Das ist der Beweis: Die Kirche lebt – auch online – in neuem Gewand.“

Singender Priester begeistert Italiener

Jugendlich und sportlich ist auch Pater Ambrogio Mazzai aus Verona. Mehr als eine halbe Million Menschen folgen ihm auf Instagram und TikTok. Der leidenschaftliche Radfahrer, Musiker und Marketingexperte hat ebenfalls ein Buch veröffentlicht. Er ist dafür bekannt, auch über die Schattenseiten des Priesterlebens zu sprechen – inklusive Zweifel und Herausforderungen.

Auch ein tanzender Priester genießt wachsende Popularität in Italien: Pater Bruno Maggioni, seit 40 Jahren Pfarrer der Berggemeinde Margno im lombardischen Valsassina-Tal. Berühmt wurde er mit Liedern wie „Mamma Maria“ der italienischen Popgruppe „Ricchi e Poveri“, die er bei Hochzeiten und Taufen singt und auf Youtube veröffentlicht. Mit seiner überschäumenden Fröhlichkeit begeistert er viele Follower. Inzwischen war er mehrfach in populären TV-Talkshows zu Gast. So nahm er auch an der dritten Staffel der Talentshow „The Voice Senior“ teil. „Indem ich singe und die Messe mit Freude feiere, vermittle ich Begeisterung und Mitgefühl: Das ist das Schönste, was mir geschehen kann“, sagt Maggioni.