Er war ein Pionier des Heavy Metal, eine Kultfigur der Popkultur – und ein Mann voller Widersprüche: düster und komisch, exzessiv und verletzlich, radikal und nahbar. Nun ist Ozzy Osbourne im Alter von 76 Jahren gestorben. Weltweit nehmen Musiker, Fans und Weggefährten Abschied von einem Künstler, der nie versuchte, jemand anderes zu sein – und gerade deshalb unvergesslich blieb.

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Der britische Musiker verstarb am Dienstag, wie seine Familie mitteilte – „umgeben von seiner Familie und von Liebe“. Man bitte darum, die Privatsphäre zu respektieren. Doch die Anteilnahme ist global und laut.

Trauer um Ozzy Osbourne: Stars würdigen einen Freund und Helden

„Er war einer der lustigsten Menschen, die ich je getroffen habe“, schreibt Elton John, mit dem Osbourne 2020 den Song Ordinary Man aufnahm. „Er wird mir sehr fehlen.“ Auch Rod Stewart verabschiedete sich auf Instagram: „Bye, bye Ozzy. Schlaf gut, mein Freund. Wir sehen uns da oben – eher später als früher.“

Der Gitarrist der Rolling Stones, Ronnie Wood, erinnerte an Osbournes letzten großen Auftritt vor wenigen Wochen in Birmingham. „Ein wunderbarer Abschied“, schrieb er auf X (ehemals Twitter). Ex-Van-Halen-Sänger Sammy Hagar, der ebenfalls auf der Bühne stand, fand eindrückliche Worte: „Das macht ihn zu einer Kategorie für sich. Wenn das kein Beweis für Hingabe und Loyalität gegenüber seinen Fans ist – das wird ihm keiner nachmachen!“

Abschiedskonzert in Birmingham: Ein letzter Akt der Hingabe

Im Juni trat Ozzy Osbourne in seiner Heimatstadt Birmingham zum letzten Mal öffentlich auf – ein symbolischer Schlusspunkt unter eine lange Karriere. Die Einnahmen gingen an die Parkinson-Forschung, ein Kinderkrankenhaus und ein Kinderhospiz.

Osbourne, der selbst seit Jahren an Parkinson litt, wurde auf einem schwarzen Thron in Fledermausform ins Scheinwerferlicht gefahren – eine Inszenierung zwischen Gothik-Geste und Abschiedsgruß, ganz in seinem Stil. Seine letzten Worte an die Fans: „Danke euch, Gott segne euch alle.“

Es war ein Auftritt, der zeigte, wofür Osbourne zeitlebens stand: für unbedingte Hingabe zur Musik, zur Bühne – und zu seinem Publikum. Für große Geste, aber nie ohne Ironie. Und für die Fähigkeit, selbst im Schwinden der Kräfte noch ein Bild zu hinterlassen, das man nicht vergisst.

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Black Sabbath und die Geburt des Heavy Metal

Geboren wurde John Michael Osbourne am 3. Dezember 1948 in Aston, einem Arbeiterviertel im britischen Birmingham. Dort, wo Fabriklärm zum Alltag gehörte, formte sich auch der Sound, mit dem er später die Welt aufhorchen ließ. Ende der Sechzigerjahre gründete er mit Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward die Band Black Sabbath – und schrieb Musikgeschichte.

Der Musikstil von Black Sabbath war radikal neu: schwere Gitarrenriffs, zynische Texte, ein Gefühl von Unheil. Songs wie Paranoid, Iron Man und War Pigs machten die Band zu Gründervätern des Heavy Metal. Osbourne selbst wurde zur Stimme eines Genres, das Rebellion, Schmerz und schwarzen Humor vereinte. Für viele war er der „Madman“, der Wahnsinnige – ein Titel, den Osbourne nicht nur annahm, sondern zur Kunstfigur erhob.

Mit Platten in der Handset Black Sabbath früh Erfolg und die neue Anfang einer Ära des Rock.
Mit Platten in der Handset Black Sabbath früh Erfolg und die neue Anfang einer Ära des Rock.© dpa | BMG/dpa

Ozzy Osbourne – der „Madman“ mit Kultstatus

Seine Auftritte waren oft ebenso berüchtigt wie legendär. Osbourne nuschelte sich durch Interviews, schleppte sich mit leerem Blick über Bühnen, biss einer Fledermaus den Kopf ab (angeblich in dem Glauben, sie sei aus Gummi), schoss mit Wasserpistolen auf sein Publikum – und wurde gerade durch diese Mischung aus Absurdität und Ernst zur Ikone.

Im neuen Jahrtausend eroberte er auch das Fernsehen: Die MTV-Reality-Show The Osbournes machte ihn zur weltweiten Kultfigur – als fluchender, chaotischer, seltsam rührender Vater in einem Haushalt, der so exzentrisch war wie seine Musik.

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Über 100 Millionen verkaufte Alben: Ein musikalisches Erbe

Mit Black Sabbath und als Solokünstler verkaufte Osbourne weltweit über 100 Millionen Alben. Er erhielt mehrere Grammy Awards, wurde 2006 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und blieb über Jahrzehnte hinweg eine prägende Figur in der Musikwelt.

Trotz Drogenproblemen, gesundheitlicher Rückschläge und dem Kampf mit Parkinson blieb er aktiv, solange es ging – oft gegen jede Wahrscheinlichkeit. Seine Fans verehrten ihn nicht nur für seine Musik, sondern auch für seine Unerschütterlichkeit.

Der letzte Biss des „Madman“ – und ein bleibendes Erbe

Mit Ozzy Osbourne verliert die Welt weit mehr als einen Musiker. Er war größer als das Genre, das er mitbegründete – eine Figur zwischen Comic und Tragödie, zwischen Wahn und Wahrheit. Der selbsternannte „Fürst der Finsternis“ war schrill und sanft, bizarr und verletzlich, laut und klug. Nicht nur seine Musik machte ihn unvergesslich – es war die Art, wie er auf der Bühne ganz bei sich war, unverstellt und ohne Pose.

Osbourne hinterlässt ein Werk, das bleibt – und eine Bühnenfigur, die niemand je kopieren wird. Wer einmal gesehen hat, wie er in Lederjacke und Kajal mit ausgestreckten Armen ins Scheinwerferlicht taumelte, weiß: So viel Theatralik kommt selten mit so viel Echtheit.

mit dpa und epd