Seit dem 18. Februar 2019 fehlt von der damals 15-jährigen Rebecca Reusch jede Spur. Die Schülerin war zuletzt im Haus ihrer Schwester in Berlin-Neukölln gesehen worden. Trotz intensiver Ermittlungen, wiederholter Durchsuchungen und über 3000 Hinweisen ist der Verbleib des Mädchens bis heute ungeklärt. Die Mordkommission ermittelt weiterhin – doch nun wird sie ausgerechnet von privaten Einzelpersonen gestört.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Wie das Nachrichtenportal „Focus Online“ berichtet, nehmen selbsternannte Internet-Ermittler zunehmend Einfluss auf den Fall: In sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Videos, in denen Nutzer den mutmaßlichen Tathergang nachstellen, Live-Suchen streamen oder ihre eigenen Theorien verbreiten.
Lesen Sie auch
Die Berliner Staatsanwaltschaft reagiert besorgt. „Die Ermittlungen können durch die Detektivgruppen – auch unabsichtlich – gefährdet werden“, sagt Sebastian Büchner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft gegenüber „Focus online“. Es bestehe die Gefahr, dass Zeugen beeinflusst, Spuren vernichtet oder Tatverdächtige gewarnt würden.
Livestreams & Nachstellungen: Ermittler schlagen Alarm
Besonders kritisch sehen die Behörden laut des Nachrichtenportals das Eindringen auf private Grundstücke oder das Filmen an mutmaßlichen Tatorten, das juristisch schnell in den Bereich von Hausfriedensbruch oder Behinderung der Ermittlungen rutschen kann. Die Ermittler weisen darauf hin, dass solche Aktionen nicht mit den Ermittlern abgestimmt sind.
Auch interessant
Auf einem YouTube-Kanal beispielsweise wurde eine Szene inszeniert, in der eine menschliche Figur in eine Decke gewickelt und in einen kleinen Twingo-Kofferraum gepresst wird. Die Szene ist eine deutliche Anspielung auf ein zentrales Element der Ermittlungen gegen den damaligen Hauptverdächtigen. Der Schwager von Rebecca war zweimal in Untersuchungshaft genommen, aber mangels Beweisen wieder freigelassen worden.
Auch die Region rund um Friedersdorf (Landkreis Dahme-Spreewald), in der die Polizei damals mit Hunden und Tauchern nach Spuren suchte, würde immer wieder von Privatpersonen durchsucht – teils mit Liveübertragung in sozialen Medien.








