Nach dem tödlichen Absturz von Felix Baumgartner in Italien ist die Obduktion des Leichnams abgeschlossen: Die ergab keine Hinweise auf einen Herzinfarkt, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet. Ermittler schließen einen Schwächeanfall während des Flugs trotzdem nicht aus. Die Staatsanwaltschaft der Stadt Fermo machte auf Anfrage keine Angaben dazu. Am Dienstag wurde bestätigt, dass Baumgartner erst durch den Aufprall getötet wurde.

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Zwischenzeitlich hatten Ermittler vermutet, dass der 56 Jahre alte Österreicher in der Luft einen Herzinfarkt erlitt und seinen motorisierten Gleitschirm daraufhin nicht mehr kontrollieren konnte. Es tauchten weitere Spekulationen auf: Demnach könnte der Absturz auch durch eine Kamera ausgelöst worden sein, die Baumgartner installiert hatte, um seinen Flug von hinten zu filmen und das Video, wie häufig geschehen, anschließend ins Internet zu stellen.
Italienische Staatsanwaltschaft: „Baumgartner starb beim Aufprall“
„Was wir bisher sicher wissen: Baumgartner starb beim Aufprall, die Wirbelsäule brach im unteren Bereich des Rückens und das Rückenmark wurde geschädigt“, sagte Generalstaatsanwalt Raffaele Iannella, der die Ermittlungen zum Tode Baumgartners leitet, der „Bild“-Zeitung. Inzwischen ist die Obduktion des Leichnams abgeschlossen.
„Ich war mir sicher, dass Felix nicht krank war, er achtete sehr auf seine Gesundheit und hatte keine Herzerkrankungen“, sagte Baumgartners Lebensgefährtin Mihaela Rădulescu Schwartzenberg nach der Obduktion der Lokalzeitung „Il Resto del Carlino“. Demzufolge sei der Leichnam inzwischen von der Staatsanwaltschaft übergeben. Er könne nach Österreich überführt werden. Ein Beerdigungstermin stehe noch nicht fest.
Baumgartner war vergangenen Donnerstag in der Nähe des mittelitalienischen Badeorts Porto Sant‘Elpidio tödlich verunglückt. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin machte er dort Urlaub. Am Donnerstag soll ein technischer Gutachter in Fermo eintreffen, der den Gleitschirm von Baumgartner untersuchen wird. Er soll herausfinden, ob Baumgartner vor seinem Tod möglicherweise Probleme mit dem Gleitschirm oder dem Motor gehabt haben könnte. Insgesamt können die Ermittlungen zu Baumgartners Tod noch mehrere Wochen andauern.
Extremsportler Baumgartner: Herzstillstand nicht Unfallursache?
Dabei gehen die Ermittler auch der Spur nach, wonach womöglich ein unerwarteter Zwischenfall, ausgelöst durch eine Kamera, den Absturz ausgelöst haben könnte. Die Schnur einer Videokamera, die Baumgartner an seinem Motorgleitschirm angebracht hatte, um Aufnahmen seines Fluges zu machen, könnte in den Propeller geraten sein – möglicherweise durch eine abrupte Flugbewegung. Dadurch soll der Gleitschirm in sich zusammengefallen und das Fluggerät abstürzt sein.
Der österreichische Basejumper soll demnach noch versucht haben, den Notschirm zu aktivieren. Doch die Flughöhe war bereits zu gering, sodass sich dieser nicht mehr rechtzeitig öffnen konnte. Das geht aus Ermittlerkreisen hervor, wie die Tageszeitung „Il Resto del Carlino“ berichtete.
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Augenzeuge: „Für mich war es kein medizinischer Notfall“
Diese neue Hypothese muss noch durch einen technischen Sachverständigen geprüft werden, der von der Staatsanwaltschaft Fermo beauftragt wurde, die die Ermittlungen führt. Diese hatte zunächst eine Untersuchung gegen unbekannt eröffnet. Die Veröffentlichung des Gutachtens könnte noch ein bis zwei Monate dauern.
Die Unfallhypothese wird auch durch die Aussagen zweier Augenzeugen gestützt, die den Absturz des Motorgleitschirms beobachtet hatten und von der vor Ort eingetroffenen Carabinieri befragt wurden. „Ich habe gesehen, wie das Fluggerät im freien Fall war“, berichtete ein Tourist, der die Absturzszene nach eigener Aussage miterlebt hatte. „Es drehte sich spiralförmig um sich selbst. Das Segel, das sich normalerweise oben befindet, war völlig zerknüllt.“
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Ein junger Einheimischer, der offenbar den letzten Teil des Unfalls mitverfolgt hatte, ergänzte: „Als ich den Absturz gesehen habe, war er nicht mehr weit vom Boden entfernt. Ich bin selbst Paragliding-Fan, und für mich war es kein medizinischer Notfall, der zum Kontrollverlust geführt hat. Ein solcher Sturz, wie ich ihn gesehen habe, kann nur durch ein technisches Problem verursacht werden“, berichtete er.
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„Ich war am Strand und blickte in Richtung des Hotels, als ich den Motor-Paraglider gesehen habe. Er flog niedrig, ich dachte, er wollte landen. Doch plötzlich ist er abrupt abgestürzt“, berichtete eine Urlauberin am Strand von Porto Sant‘Elpidio in einem Video der Tageszeitung „Il Resto del Carlino“. Die Ermittler wollen auch mögliche Aufnahmen der Bodycam prüfen, die Baumgartner bei seinem letzten Flug dabei hatte.

Baumgartners Lebensgefährtin postet Video: „Geht jetzt nach oben – wo er am glücklichsten war“
Baumgartners Lebensgefährtin Mihaela Rădulescu Schwartzenberg trauert um ihren Lebensgefährten. Ihre Worte würden im Moment nicht herauskommen, schrieb die rumänische Journalistin zwei Tage nach seinem Tod auf Instagram. „Felix, du wurdest so geliebt. Wir waren Liebe“, hieß es in dem kurzen Post, den sie mit einem Foto von Baumgartner und drei Pärchen-Fotos unterlegte.
I was filming him taking off not knowing that this will be his last flight of his extraordinary life.
— miha schwartzenberg (@mihaschw) 19. Juli 2025
For over 12y I was there for every take off and landing, from skydiving, paragliding, helicopter flights, paramotor to aerobatic shows. And when I couldn’t be there for some… pic.twitter.com/9imwjV9Xbn
Zudem veröffentlichte seine Lebensgefährtin Videoaufnahmen von Baumgartners Vorbereitungen und den ersten Sekunden seines Fluges. Dazu schrieb die Moderatorin auf der Plattform X: „Felix Baumgartner geht jetzt nach Hause, nach oben – wo er am glücklichsten war. (...) Dieser Mann war in vielerlei Hinsicht wirklich etwas Besonderes, und ich werde dafür sorgen, dass ich seine Geschichte weiterhin erzähle.“ Weiter heißt es dort. „Aber jetzt muss ich mit dem Schock, dem Schmerz und den Sonnenaufgängen fertig werden, bei denen ich nur einen Kaffee kochen kann, nicht zwei...“, so Rădulescu Schwartzenberg auf X.
Tod von Felix Baumgartner: Staatsanwaltschaft gibt Leiche noch nicht frei
Baumgartner war am vergangenen Donnerstag von einer Paraglider-Plattform nahe Porto Sant‘Elpidio gestartet. Kurz danach beobachteten Zeugen, dass der Motor-Paraglider an Kraft verlor und abstürzte. Der Extremsportler prallte gegen eine Holzhütte am Swimmingpool des Feriendorfes „Le Mimose del Club del Sole“. Rettungskräfte versuchten, den gebürtigen Salzburger sofort zu reanimieren, unter anderem mit einer längeren Herzdruckmassage. Auch ein Rettungshubschrauber traf ein, doch alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
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Beim Absturz wurde eine Mitarbeiterin des Feriendorfes am Hals verletzt. Sie war von einem Trümmerteil getroffen worden, das sich beim Aufprall des Sportgeräts gelöst hatte. Die Frau wurde noch an Ort und Stelle medizinisch erstversorgt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Sie wurde bereits aus der Klinik entlassen.







